Weihnachten auf der Strasse

By Fridolin Wirbelwind

Es ist das Jahr 1989, nach dem ich nun schon viele Jahre versucht habe ein neues Leben anzufangen, sitze ich nun inmitten einer fremden Stadt. Pleite, mit einem Rucksack und zwei Hunden. Der Rucksack gehört mir, auf die Hunde sollte ich nur ein paar Stunden aufpassen. Das ist nun schon drei Wochen her.

Nun sitzen wir hier in einer Stadt in Süddeutschland, mitten auf einem großen Platz und betteln. Neben mir liegt ein alter Seesack in dem ich alles habe was mir gehört.

Die Hunde scheinen ihre früheren Besitzer nicht zu vermissen, denn ich brauche nicht mal eine Leine. Denn egal was passiert, die bleiben immer liegen. Auch wenn die Polizei kommt und meinen Ausweis haben möchte. Kommt ein anderer Hund vorbei, dann heben die beiden den Kopf, und wenn der Hund nur guten Tag sagen möchte, dann darf er das. Ich bekomme viel Hundefutter und auch Decken und einen Schlafsack.

Eines Tages kommt jemand auf mich zu und wedelt mit den Armen. Ich befürchte schon dass ich hier nicht mehr sitzen darf, um zu betteln.

Der Mann ruft mir schon von Ferne zu, dass ich sitzen bleiben soll.

Meine Gedanken schlagen Purzelbäume!

Doch die Hunde bleiben ruhig, also beruhige ich mich auch etwas.

Hallo,“ ruft der Mann, „vielleicht kann ich ihnen ja helfen.“

Zuerst gibt er mir eine Visitenkarte worauf steht: H. ********heimer, Juwelier.

Dann gibt er mir eine Umschlag und meint:“ Noch nicht aufmachen, erst möchte ich Ihnen etwas sagen.“

Ich nicke und stecke den Umschlag in eine meiner Taschen.

Meine Frau hat eine Tierhaarallergie. Aber ich möchte nicht, dass sie Weihnachten ohne einen sicheren Platz verbringen müssen.“

Danke,“ sage ich, „aber wie soll das gehen?“

Ich stellen Ihnen meinen Wohnwagen zur Verfügung. Da können Sie und die Hunde bleiben, solange sie wollen. Auch zu Essen wird immer genug da sein.“

Bis zum Frühjahr blieb ich in dem Wohnwagen mit den Hunden. Bis die ersten Krokusse sprossen, und das Fernweh uns wieder packte. Nie werde ich diesen Mann und seine Familie vergessen, denn sie haben uns ein herrliches Weihnachten beschert, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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