Ein Morgen wie er nicht sein sollte!

©by Fridolin Wirbelwind

6.00Uhr morgens, der Wecker klingelt. Grummelnd versuche ich ihn abzustellen und klirr, ich habe vergessen, dass ich gestern Abend ein Glas Wein mit ans Bett nahm. Ausgetrunken habe ich es nicht, aber meine Hand hat es nun erwischt, und von der Ablage gewischt. Der Rest des Rotweines bildet nun einen Fleck auf dem weißen Lammfell, den man sicher als Rohrschach-Test gebrauchen könnte. Fluchend schwinge ich mich aus dem Bett und trete natürlich zuerst in die Splitter des teuren Kristallglases. “Aua!” schreiend hüpfe ich, wie ein alter Tanzbär auf einem Bein durchs Schlafzimmer. Selbstverständlich trifft der große Zeh meines anderen Fußes mit treffsicherer Genauigkeit das Fußende meines Bettes, rohes Holz welches diesen mit einem herausragenden Splitter willkommen heißt.

Nun hüpfe ich mal auf dem einen, mal auf dem anderen Bein. Dieser Art bewege ich mich nun in Richtung Küche, nicht ahnend dass der Tag noch viele Überraschungen für mich bereithalten würde.

Vor der Kaffeemaschine angekommen, drücke ich den Startknopf, hole aus dem Regal eine Tasse und will diese gerade abstellen, als sich die restlichen Tassen selbständig machen und eine nach der anderen zu Boden fallen. Eine Schraube hat sich gelöst und das oberste Regalbrett hängt nun schief und bietet den Teilen keinerlei Hinderniss auf ihrem Weg nach unten.

    1. Der Radau macht die Katze rebellisch, welche sich nun vor lauter Angst an mein Bein klammert. Leider habe ich diese Nacht nur in Shorts geschlafen, und die Krallen fügen mir einen nicht unerheblichen Schmerz in meinem rechten Oberschenkel zu. Fluchend suche ich in meiner “Alles-drin-Schublade” nach Pflaster. Dabei ziehe ich zu heftig—-und sie fällt mit lautem Getöse auf meinen Fuß. Diesmal ist es der andere Zeh der getroffen wird. Die Katze springt noch weiter an mir hoch, nur um sofort wieder herunter zu springen. Nicht ohne vorher noch einmal ihre Krallen tief in mein Fleisch zu graben.

      Das Malheur lasse ich erstmal liegen. Zum Aufräumen bleibt mir keine Zeit, die Arbeit wartet. Ab ins Bad, Duschen und Rasieren muss eben sein. Radio auf volle Lautstärke drehen und pfeifend, nehme ich den Trockenrasierer, stecke den Stecker ein und, puff. Kurzschluss. Licht aus, Radio aus, ich lasse den Rasierer fallen und oh Wunder, er trifft keinen Zeh!! Nein er trifft das Zahnputzglas, welches mit klirren in 1000 Stücke zerspringt.

      Knurrend gehe ich in den dunklen Flur und taste mich zum Sicherungskasten durch. Beinahe schon da, trete ich dem Hund auf die Pfote! Der erschrickt sich und kneift mich in die Wade. Ok, das muss ich ihm wohl verzeihen, würde ich auch nicht anders machen an seiner Stelle. Vor Schreck komme ich ins Stolpern, falle hintenüber und stosse mir diesmal den Kopf an der Garderobe an. Vielleicht brauche ich gar kein Licht, bei den vielen Sternen die vor meinen Augen tanzen?!

      Als der doppelte Schmerz langsam nachlässt, entschliesse ich mich doch dafür die Sicherung wieder anzuschalten. Sicherungskasten entriegeln, auf das Schlimmste gefasst ————— passiert gar nichts, ausser dass das Licht wieder angeht.

      Erneut ins Bad. Elektrorasierer in den Müll werfen, Rasierpinsel und -seife nehmen. Schön das Lied aus dem Radio mitträllern, und mein Gesicht einschäumen. Nassrasierer aus seiner Halterung nehmen und meinen Dreitagebart entfernen.

      Ab unter die Dusche, ich freue mich schon auf meinen Kaffee als ich das Wasser aufdrehe, höre ich doch die Kaffeemaschine blubbern. Weiter trällernd drehe ich das heiße Wasser noch etwas weiter auf. Hm, schön, wie das warme Wasser über meinen Körper rinnt. Ein Zischen und ich fühle mich plötzlich wie ein Hummer in einem Gourmettempel. Es kommt nur noch heiß aus dem Duschkopf. Ruckzuck bin ich rot wie ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr.

      Raus aus der Dusche. Ich versuche gar nicht mal mehr den Schaum abzuspülen, denn wer weiß denn schon was da noch kommen könnte.

      Ich frottiere mich ab, ziehe mich an und gehe wieder in die Küche. Mich auf meinen Kaffee freuend, bleibe ich schockiert auf der Schwelle stehen. Der ganze Boden ist von einer braunen Flüßigkeit bedeckt. Ich habe vergessen, die Kanne unter den Fliter zu stellen. Fluchend gehe ich in den Flur, ziehe meine Jacke an und hoffe, dass der Tag nun nicht noch schlimmer wird.

Hoffen kann ich ja viel, aber der Tag hat

ja erst angefangen!

2 Kommentare zu „Ein Morgen wie er nicht sein sollte!

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