Ein besonderer Tag

©by Fridolin Wirbelwind

Es ist schon viele Jahre her. Damals war ich als Pflastermaler in Europa unterwegs.

An einem sonnigen Samstag war ich daran ein neues Bild in der Fußgängerzone auf das Pflaster zu bringen. Zu dieser Zeit schlossen die Geschäfte an Samstagen noch gegen 14 Uhr. Da ich einen Hund mit dabei hatte, machte ich auch ab und zu einmal eine Pause, damit ich mit Oskar eine Runde drehen und für ihn frisches Wasser besorgen konnte.

Als wir zurück kamen standen zwei Polizisten am Bild. Obwohl ich mir keiner Schuld bewusst war, hatte ich doch ein mulmiges Gefühl. Beim Näherkommen hörte ich die beiden Beamten tuscheln und ich fragte mich ob ich wohl eine Erlaubnis hätte holen müssen.

Kaum legte sich Oskar auf seine Decke, kniete sich der eine Polizist vor ihn hin und fragte ob er ihn denn streicheln dürfe.

Klar,“ sagte ich, „der ist nur gefährlich wenn er zu freundlich wird.“

Der andere fragte mich nach meinen Papieren und sprach mit der Zentrale.

Alles in Ordnung,“ sagte er. „Doch warum sind sie denn ausgerechnet hier?“

Ich erklärte ihm, dass Oskar und ich keine Wohnung haben und es eben der einzige Weg für uns ist dass wir Geld zum Leben bekommen können.

Während des Gesprächs hatten sich auch schon einige Schaulustige versammelt. Klar, wenn die Polizei sich irgendwo befindet, muss man ja dabei sein.

Auf einmal kam jemand aus der Fleischerei gegenüber heraus, und meinte, dass ich nach Ladenschluss bei ihm vorbei kommen soll, um einige Kleinigkeiten für den Hund und mich abzuholen.

Der eine Beamte fragte mich noch wann der Oskar zuletzt beim Tierarzt gewesen sei und gab mir eine Adresse bei der ich am Montag vorbei gehen solle.

Auf die Frage wo ich denn Platte machen würde, und ich antwortete, dass ich das noch gar nicht wisse, gab er mir einen Tipp, dass an einer bestimmten Stelle hinter dem Bahnhof einige Obdachlose campen würden, und dort auch die Polizei nachts regelmässig Streife gehen würden.

Er rief auch einen Streetworker an, der mir den Platz zeigen soll und verabschiedete sich.

Was mich am meisten verwunderte war aber, dass während der Unterhaltung viele Menschen Geld in unsere Schüsseln geworfen hatten.

Etwas später, das Bild war noch lange nicht fertig, kamen immer wieder Leute vorbei die uns mit Essen, einem neuen Zelt und zwei Schlafsäcken bedacht haben. Einige der Geschäftsleute kamen auch mit Kaffee oder kalten Getränken und auf ein kleines Gespräch zu uns.

Was dann später noch geschah, das ist wieder eine andere Geschichte.

Für Heute soll es das gewesen sein. Ich hoffe, dass ich Euch unterhalten konnte, und Ihr mir einen Kommentar hinterlasst.

Euer Fridolin Wirbelwind.

Ein Kommentar zu „Ein besonderer Tag

  1. Ich kenne dieses Leben–mein Bruder war auch immer unterwegs in vielen Ländern ,Nur sollte man sich auch mal melden wenn man Familie hat ,Er hatbdas nicht gemacht, Dafür hat er dann nach zehn Jahren eine kräftige Ohrfeige von mir bekommen -seit dem verstehen wir uns super !!

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