Nachdenkliche Gedanken von einer FB Freundin

Von Maria Klose

Mein Ist-Zustand: Ich bin traurig und zugleich aufgewühlt. Heute nacht schlecht geschlafen – und das lag in erster Linie nicht nur an dem schwülen Wetter. Die Ereignisse in München haben mich sehr mitgenommen, und ich durchforste heute morgen nach dem Aufstehen als erstes Zeitungen, Radio und Internet, weil ich wissen will, was genau da nun los war. Ein Bekannter von mir weilt Z.zt. in München und hat das ganze Grauen vom Fenster aus vor Ort beobachtet. In seinen Posts spalten sich zwischenzeitlich die Menschen in hasserfüllte Antiislamisten und Leute, die zur Ruhe aufrufen, weil doch noch gar nix 100%ig klar ist. Am Frühstückstisch versuchen mein Freund und ich meinen neunjährigen Kindern und ihrer achtjährigen Freundin zu erklären, was da passiert ist. Wie kann man Kindern angesichts der Tatsache, daß auf dieser Welt zu jederzeit alles überall passieren kann, ein Gefühl von Sicherheit vermitteln?
Was mich persönlich am meisten beängstigt sind noch nicht mal Paris, Nizza und München an sich, sondern die Tatsache, in welcher Art und Weise diese schlimmen Amokläufe unsere Gesellschaft spalten und die hasserfüllte, vorverurteilende Stimmung auch in akademischen und linken Kreisen um sich greift.
Bekanntschaften, Freundschaften – ja sogar Beziehungen um mich herum zerbrechen daran. Das Grundgefühl, welches ich momentan in meinem sozialen Umfeld verspüre ist Hass und Angst in unkontrollierter, eskalierender Form. Das macht mir persönlich mehr Angst als all die Anschläge an sich. Wobei ich das Grauen solcher Anschläge, wie in Nizza und München geschehen, nicht schmälern will. Auch die Gefahr des IS-Terrors nicht. Aber immer wenn ich sage, daß man IS-Terror und Kriegsflüchtlinge nicht in einen thematischen Topf schmeissen sollte, ernte ich damit nicht überalll Sympathiepunkte – gelinde ausgedrückt.
Mein Freund meinte eben: „Hassen ist einfacher wie lieben, da Hass an die niederen Instinkte appelliert. Deshalb fällt es vielen Menschen momentan so leicht, die aktuelle politische Situation als Vorwand zu nutzen, um ihre eigentlichen rassistischen Motive dahinter zu verschleiern“ Da ist echt was dran, finde ich.
Mich jedenfalls macht der verwirrende Informationsfluß im Hinblick auf die aktuellsten Ereignisse ziemlich fertig. Und die teilweise eskalierende Volksstimmung ängstigt mich – und lässt mich hilflos und ohnmächtig zurück.
Wie geht das Euch damit ?

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