Es gibt Tage, da wünsch‘ ich mir!

© By Fridolin Wirbelwind

Es gibt wirklich Tage, da wünsche ich mir meine Kindheit zurück.

Als eine Fahrt in die große Stadt mit dem Zug, gezogen von einer Dampflok, noch ein wahnsinniges Abenteuer war.

Die Tage im Frühling, wenn die ersten Schmetterlinge zu sehen waren, oder wir Kaulquappen gesammelt haben und zusehen konnten wie aus ihnen Frösche wurden. Wir mit Vater im Sommer durch den Wald gingen und für den toten Vogel ein Grab mit den Händen buddelten. Zusammen auf den frisch gemähten Wiesen Fußball gespielten.

Im Herbst dem Papa beim Holzhacken zusehen und sich freuen, wenn wir zusehen durften wie die alten Bulleröfen angeheizt wurden.

Dann kam der Winter, Mutter packte uns so fest ein, dass wir uns fast nicht bewegen konnten.

Es fiel der erste Schnee und wir halfen beim Kekse backen.

Ich schlief ein und war ganz neugierig was wohl am nächsten Tag im Adventskalender drin war.

Meine Träume drehten sich um das Christkind, und ich hoffte, dass ich eines Tages helfen dürfte die Kinder zu beschenken.

Am heiligen Abend wurde das Wohnzimmer abgeschlossen und wir Kinder waren soooo nervös. Wir hörten die Eltern reden und werkeln, und langsam wurde es dunkel. Wir konnten den Tannenbaum riechen und die Bratäpfel, die Papa auf den Ofen gestellt hatte. Dann klang leise die Weihnachtsmusik durch das ganze Haus. Mutter kam heraus und sah nach, ob wir auch die guten Sachen angezogen hatten, und dann, endlich durften wir in die gute Stube. Papa sagte dass gerade das Christkind mit seinen Engeln davon geflogen wäre, und wir nun gemeinsam singen sollen. Wir gingen gemeinsam ins Wohnzimmer, der Baum strahlte als ob er wirklich von Engeln gebracht worden wäre. Unsere Augen und Herzen strahlten. Wir packten die wenigen Geschenke aus, und egal war wir auch ausgepackt haben, es war einfach schön. Nicht dass es viel oder teuer war, es war schön, weil jemand an uns gedacht hatte.

Wir setzten uns an den großen Tisch und es gab, zur Feier des Tages, Kartoffelsalat und Würstchen. Damals für uns ein Festessen.

Wir durften aufbleiben, bis wir von alleine eingeschlafen sind, und Vater trug uns dann ins Bett.

Wir träumten vom Christkind und von Engeln und wachten am nächsten Tag auf, als ob wir wirklich einem Wunder beigewohnt hätten.

Diese Wunder, vermisse ich, und ab und zu wünschte ich mir, dass ich noch einmal so fühlen könnte.

Kommentare werden erst geprüft und nur mit gültiger E-Mail freigeschaltet

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.