Unser erster Hund

By Fridolin Wirbelwind

Wir lebten in einem Vorort einer Stadt in Süddeutschland, hüstel, die Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt.

Also es war so zum Ende der 1960er.

Ich war elf Jahre alt, und wir lebten damals in einem kleinen Haus. Mein jüngerer Bruder brachte eines Tages einen Hund mit, der war in einer Telefonzelle eingesperrt und total mit seinen Kräften am Ende.

Mein Bruder trug ihn auf seinen Armen in den Garten und meine Mutter meinte gleich, dass sie den Tierschutzverein anrufen will, damit die den abholen.

Damals hatten wir aber noch kein Telefon und die nächste Telefonzelle war ein ganzes Stück entfernt.

Ich holte etwas Wasser, da das arme Tier nicht einmal mehr stehen konnte, und die Bratenspritze um ihm wenigstens etwas Gutes zu tun. Mein kleiner Bruder machte sich sofort wieder aus dem Staub. Ich saß mit dem Bündel Hund im Garten streichelte ihn und versuchte ihn dazu zu bewegen etwas von der Fleischwurst zu fressen.

Seinen Kopf kühlte ich mit einem Waschlappen, und seine wunden Füße beschmierte ich mit Mirfulan-Salbe.

Er lag in meinem Schoß und nach einiger Zeit begann er sich die Pfoten zu lecken und noch etwas später stand er dann auf.

In der Zwischenzeit kam mein Papa von der Arbeit heim.

Als er mich da unter dem Holunderbusch mit dem Hund sah, stellte er seine Tasche ab und kam sofort zu unser herüber.

Er fragte natürlich ob die Mutter endlich erlaubt habe, dass wir uns einen Hund zulegen.

Als ich ihm die Geschichte erzählt hatte, wie der Hund zu uns kam, meinte er nur, dass er das schon regeln würde.

Im Garten bekam ich nur mit, dass mein Papa zum ersten Mal seine Meinung durch gesetzt hat. Der Hund blieb also bei uns, wenn sich niemand melden sollte.

Papa ging dann mit mir zum Nachbarn um zu telefonieren.

Im Tierheim hatte sich niemand gemeldet und die fragten ob wir den Hund nicht bei uns behalten könnten bis sich vielleicht jemand meldet. Papa sagte sofort dass das kein Problem ist, und informierte sich, was so ein Hund denn an Steuer kosten würde und was wir ihm zu fressen geben sollen.

Ganz freudig fragte er die Nachbarn ob sie was gegen einen Hund in der Nachbarschaft haben würden. Keine Einwände kamen auf, also blieb das Tier bei uns, für’s Erste.

Mein Papa hat dann zwei Tage später einen Tag Urlaub genommen, um mit dem Hund, der noch immer keinen Namen hatte, zum Tierarzt zu gehen.

Ergebnis als ich aus der Schule kam: Der Hund hatte einen Namen und zwar Struppi. Nur war er kein Struppi, er war ein English-Foxhound. Nicht sehr groß, aber voller Energie, mit kurzem Fell und „etwas“ Eigensinnig.

Nach etwa vier Wochen, da waren dann die Sommerferien vorbei, nahm ich ihn mit in die Schule. Struppi war ziemlich brav, nur lies er es nicht zu, dass meine Klassenkameraden ihn anfassten.

Ausnahmsweise durfte er am ersten Schultag nach den Ferien im Klassenzimmer bleiben.

So schwer es mir auch fiel, durfte Struppi am nächsten Tag nicht mit in die Schule gehen.

Was war ich überrascht, als ich in während der großen Pause am Schulhof gesehen habe.

Er war einfach ausgerissen und wollte mich besuchen.

Dazu muss ich sagen, dass meiner Mutter sowieso alles, was nicht ihrem persönlichen, Wohl entsprach sch….egal gewesen ist und unser Garten nicht für einen „Ausbrecher“ gemacht war.

Um 12 Uhr war mein Unterricht zu Ende. Wie es eben so war, nahm man nicht den direkten Heimweg. Wir Jungs redeten und machten einen Umweg beim örtlichen Zeitungs- und Süßwarenhändler. Was ich doch überrascht, als ich wieder heraus gekommen bin und Struppi saß vor der Türe.

Okay, er hatte mich ertappt, bekam Bärendreck, das meint Lakritze in Süddeutschland.

Von diesem Tage an holte mich der Kerl doch jeden Tag von der Schule ab, nicht ohne einen Umweg zu machen, damit er sein Bestechungsgeld bekommen konnte.

Der Hund wurde 17 Jahre alt, und wenn Ihr noch mehr Geschichten von ihm lesen möchtet, dann lasst es mich wissen.

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