Früher waren die Elefanten nicht so schwer! (2)

By Fridolin Wirbelwind

Früher, ja da gehe ich doch dieses Mal zurück als ich in die Schule kam.

Auf den Wunsch meiner Mutter wurde ich ja erst mit sieben Jahren eingeschult.

Ich konnte schon lesen und schreiben, und hatte auch eine ganz tolle Lehrerin in der ersten Klasse.

Diese Frau war noch ein echtes Fräulein. Mit fast 70 Jahren hatte die aber etwas an sich, was es für uns alle in der Klasse einfach schön machte. Trotz ihres hohen Alters, kam sie mit uns, 58 ABC-Schützen, total gut zurecht. Sie schaffte es, den Unterricht immer sehr abwechslungsreich zu gestalten.

Diese Frau ist auch daran „schuld“, dass ich Euch nun mit meinen Geschichten auf die Nerven gehe.

Gerne erinnere ich mich noch an das erste Weihnachtsfest in der Schule.

Es war bitterkalt. Also musste ich mich in mehr Kleidungsstücke zwängen, als ich wollte. Ich war so dick eingepackt, dass ich die Riemen meines Schulranzens drei Löcher weiter machen musst, damit ich ihn auf meinen Rücken packen konnte. Dazu noch eine Brotdose, und einen Muff, für die Hände. Damals lernten wir noch auf einer Schiefertafel schreiben. Und der ganze Ranzen war über soviel Kleidung eine Belastung.

In der Schule angekommen, mussten wir unsere Jacken und Stiefel vor dem Klassenzimmer ausziehen und Hausschuhe anziehen.

Unsere Lehrerin stand vor dem Zimmer und meinte, dass über Nacht ein Wunder geschehen wäre. Wir müssten nun noch einige Minuten warten und wenn sie die Glocke läutet, dann sollen wir, paarweise eintreten.

Diese wenigen Minuten kamen uns vor wie Stunden.

Dann, endlich, läutete die Glocke. Wie war das schön. Auf dem Lehrerpult stand ein Weihnachtsbaum. So toll geschmückt und mit lauter Wachskerzen bestückt.

Vor dem Pult lagen Pakete, für jeden von uns eines.

Wir mussten alle auf unseren Platz gehen. Dann sangen wir gemeinsam einige Lieder und dann kam der große Hammer.

Es klopfte an der Türe. Draussen rief eine tiefe Stimme, dass man die Tür öffnen soll.

Frau Eder öffnete und herein kam ein Nikolaus, samt Krampus.

Der Nikolaus war ein Riese von einem Mann, in Rot und Gold gefasstem Mantel, mit einer roten Nase, und einer schmalen Brille darauf. Unter seinem linken Arm hielt er ein dickes, goldenes Buch. Sein Krampus kam in dunklem Sackleinen, und führte eine lange Rute mit sich. In einer Tasche trug der schwarze Geselle Kohlenstücke mit sich. Auch machte er immer so grunzende Geräusche und brummelte in seinen dunklen Bart.

Der Nikolaus begann zu reden, und hielt immer wieder den Krampus zurück, der auf die „bösen“ Buben losgehen wollte.

Danach begann er aus seinem Buch zu lesen, schön nach dem Alphabet, mussten wir alle vor ihn treten, ein Gedicht aufsagen oder ein Lied singen. Wer in seinem Buch als nicht so lieb eingetragen war, bekam einen Streich vom Krampus, aber dennoch ein Geschenk, immer mit den Hinweis, dass der Junge oder das Mädchen im nächsten Jahr versuchen soll, etwas besser zu machen.

Dass ich nun, zu dieser Jahreszeit, eine Weihnachtsgeschichte nieder geschrieben habe, hat keinen besonderen Grund, ausser vielleicht, dass man sich doch häufiger an schöne Momente erinnern sollte.

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