Einen Stern verschenkt

© by Fridolin Wirbelwind

Es ist schon sehr lange her, fast ein ganzes Leben.

Eine Liebe, kindlich und super schön.

Er kam in eine neue Klasse, an einer fremden Schule.

Nur ein Platz war noch frei, neben einem Mädchen. Sie war klein und zierlich. Der Junge setzte sich neben sie und wurde etwas nervös. In seiner alten Schule waren Jungen und Mädchen nicht an einem Tisch.

Da er noch keine Schulbücher hatte, teilte sie ihre mit ihm, und lud ihn dann noch ein, dass sie die Hausaufgaben bei ihr Zuhause machen können.

Nach dem Unterricht zeigte sie dem Jungen wo sie wohnt und machte eine Uhrzeit mit ihm aus.

Er kam auch pünktlich an, und war etwas überrascht, denn die Frau, welche die Tür öffnete, war nicht viel größer als die Schulkameradin.

Dies Frau lachte und erklärte ihm, dass sie Kleinwüchsige sind, die Eltern des Mädchens. Sie führte ihn dann in das Zimmer des Mädchens und fragte ob sie eine Cola oder etwas anderes möchten.

So vergingen die Wochen, auch als der Junge seine Schulbücher hatte, machten die zwei jeden Tag die Hausaufgaben zusammen. Hach und seufz.

In den Ferien gingen sie ins Freibad, oder zum Minigolf. Jeder der die beiden sah, konnte sehen, dass sie sich mehr als nur gerne hatten.

Dann kam der Abend als die Eltern des Mädchens einen Gartenparty machten. Der Junge war auch eingeladen. Es war einfach nur schön. Dann ging so langsam die Sonne unter, und die zwei saßen auf einem Hügel, hielten sich an den Händen und waren glücklich. Es wurde dunkel, die ersten Sterne tauchten auf, da nahm der Junge das Mädchen in seine Arme, zeigte auf einen Stern und sagte: “Den schenke ich Dir, damit Du niemals vergisst, dass ich Dich sehr gerne habe.” Sie sah ihn an, drückte seine Hand, gab ihm einen zarten Kuss auf die Wange und legte dann ihren Kopf an seine Schulter. Das war alles, mehr ist nicht geschehen.

Im Winter dann, war das Mädchen einige Tage nicht in der Schule. Der Junge wollte die Hausaufgaben vorbei bringen.

Als die Mutter des Mädchens die Tür öffnete, fielen ihr Tränen über das Gesicht. Sie bat den jungen Menschen herein und sagte, dass das Mädchen im Krankenhaus liegt. Als der Papa kam, wurde er gefragt ob er den Jungen mitnehmen würde.

Dort sah der kleine Mann, seine erste Freundin in einem Bett liegen. Viele Schläuche und Kabel waren an ihrem kleinen Körper. Der Papa sagte ihm dann, dass das Mädchen an Blutkrebs erkrankt ist. Dem Jungen liefen die Augen über, er konnte es nicht verstehen. Seine Freundin, die erste Liebe, lag im Sterben, und er konnte nichts machen.

Das Mädchen öffnete die Augen, nahm seine Hand und sagte: “Immer wenn Du unseren Stern siehst werde ich bei Dir sein.”

Einige Wochen später verstarb das Mädchen. Auf der Beerdigung fiel der Junge fast mit ins Grab.

Dies ist alles nun schon fast ein ganzes Menschleben her, doch immer wenn der Mann nun am Abend in die Sterne sieht, fühlt er seine erst große Liebe, ganz nah bei sich.

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