Campfire Memories

By Fridolin Wirbelwind

Es ist der erste Abend mit meiner Jugendgruppe, im Sommer 1975.

Die Zelte sind alle aufgestellt und auch Feuerholz haben wir schon parat.

Meine Freundin beaufsichtigt die Teenager beim sichern der Feuerstelle. Ein Loch wird gegraben, von den Mädchen und die Jungs sammeln jede Menge Steine, welche rund herum aufgeschichtet werden.

Ein Freund stellt die fünf Feuerlöscher im Abstand auf und hakt die Liste der Personen ab, welche dabei sind.

Mit zwei anderen Jungs fahre ich in den nächsten Ort zum Metzger, bei dem wir Würstchen und Fleisch bestellt haben.

Als wir zurück kommen ist schon Holz aufgeschichtet, aber wir wollen noch warten, bis die Sonne untergeht ehe wir das Feuer anmachen.

Es wird gelacht und geflirtet. Einige spielen Fußball oder Badminton. Andere stimmen ihre Gitarren und üben einige Griffe.

Ein paar Mädchen machen Fotos, oder schreiben in ihre Tagebücher.

Gegen 21 Uhr dann, die Sonne verzieht sich langsam hinter die Tannen.

Der Pfarrer verabschiedet sich von allen, startet seinen uralten VW-Käfer und wir freuen uns auf drei Tage ohne Aufsicht. Wir vier Betreuer gelten nicht als Aufsicht, eher als Kumpel.

Noch summen viele Insekten um uns herum. Doch einige Vögel verstummen schon.

Aus der Ferne hört man zwei Hunde bellen. Und aus einiger Entfernung kann man sehen, wie Fledermäuse ihre Höhlen verlassen.

Die Sonne ist zwar noch nicht untergegangen, aber für uns nicht mehr zu sehen. Es wird etwas kühler und die ersten ziehen über ihre Batik-T-Shirts etwas mit langen Ärmeln drüber. Mit einem kleinen Spruch schüttet nun Angelika etwas Bezin über den Holzstoß und wirft eine brennende Zeitung hinter her. Ein Stoßflamme schießt in den blauen Abendhimmel und die erstes Scheite und Äste fangen Feuer.

Nun kommen zu den angenehmen Gerüchen des Waldes, von Kräutern und Harz, auch noch die etwas unangenehmeren von Benzin und Rauch.

Aber bald sind hat sich der Gestank verflüchtigt und es riecht wieder nach Wald und Wiese.

Nicht weit von uns befindet sich ein Kleefeld, und der Wind kommt aus dieser Richtung, so kommt auch noch ein süßlicher Geruch von Honig vorbei geweht.

Günni ist unser bester Gitarrist, der spiel die ersten Songs. Sein erster Song ist das Lied unserer Jugendgruppe: Seasons In The Sun

https://www.youtube.com/watch?v=YG9otasNmxI

Es wird sich mitgesungen und Bierdosen machen die Runde.

Dazu spielt Günni: – It never rains in southern California

https://www.youtube.com/watch?v=XqMEEvmfyQU

Nach einigen Songs werden dann die Grillstöcke geschnitzt, die ersten Würstchen in die Glut gehalten und wir sehen in den Abendhimmel. So langsam tauchen die ersten Sterne auf.

Da wir damals ja noch ab 16 rauchen durften, gingen auch die Tabaksbeutel rund, denn wir drehten alle unsere Zigaretten selber.

Die Nacht kommt nun mit schnellen Schritten auf uns zu, zuerst sehen wir dass die Sonne die höheren Hügel und Wälder nicht bescheint. Über den Wipfeln der Tannen können wir einen roten Himmel sehen. Bei uns wird es nun schon fast richtig dunkel.

Einige Zeit später, als wir alle schon die ersten Würstchen gegessen haben, können wir den Mond aufgehen sehen, er scheint uns allen so nahe, als ob wir ihn greifen könnten.

Günni kann noch zwei Freunde annimieren, sich mit einer Gitarre und einer Bongo mit zu musizieren.

Nun ist es endgültig Nacht geworden. Der Vollmond über dem Lagerfeuer, das mit Zisch- und Knacklauten unsere Musiker noch unterstützt, der Geruch von Feuer und Rauch, all diese lässt eine romantische Stimmung aufkommen und die ersten Pärchen tauschen Küsse und kleine Zärtlichkeiten aus.

https://www.youtube.com/watch?v=Mb3iPP-tHdA

Es werden leise Gespräche geführt und die Stimmung könnte nicht besser sein. Ach wie schön ist doch die Jugendzeit!

Ein paar Leute gehen mit los um Leuchtkäfer zu fangen, nur um sie dann auf die Hand zu setzen und wieder fliegen zu lassen.

Als Günni eine Pause macht schaltet einer sein Cassettendeck ein, mit lauter Schmusesongs.

Das hat auch auf Angelika und mich seine Wirkung und wir gehen in meinen VW-Bus.

Als wir dann wieder zum Feuer gehen, sind auch andere Paare in den Zelten verschwunden. Aber keiner macht dazu eine Äusserung.

So vergeht der Abend und die Nacht ist sicher nicht mehr lange.

Es wird noch einmal Feuerholz gesucht, was in der Dunkelheit in einem Nadelwald gar nicht so einfach ist. Noch einmal lodern die Flammen auf!

Ich stelle einen großen uralten Eisentopf mit Wasser an den Rand des Lagerfeuers. Damit wir dann Tee oder Instant-Kaffee trinken können.

Geschlafen wird in dieser ersten Nacht nicht viel, dafür ist die Stimmung viel zu schön.

Als die Nacht sich dann so langsam anschickt, zu gehen, wollen alle noch auf den Sonnenaufgang warten.

Wir versuchen alle so zu sitzen, dass wir nach Osten sehen können. Die Wiesen zeigen die ersten Spuren von Tau. Auch die ersten Vögel beginnen sich zu regen. Auf dem Kleefeld können wir ein Rudel Rehe sehen, das sich von uns nicht gestört fühlt.

Die Geräusche des erwachenden Morgens nehmen uns beinahe den Atem. Aus der Ferne hören wir Katzen und Hunde, Hähne krähen und die ersten Autos geben auch ihren Teil dazu.

Das Feuer wird nun immer kleiner, nur das Summen des Wasserkessels zeugt davon, dass noch Hitze da ist.

https://www.youtube.com/watch?v=NzMQPT4jqho

Ich hoffe, dass ich einige schöne Erinnerungen bei Euch wecken konnte und wünsche jedem Menschen, dass solche Memories niemals in Vergessenheit geraten werden.

Euer Fridolin.

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