Zwei Tage bis Weihnachten

© By Fridolin Wirbelwind

Es ist ein kalter Morgen. Der Papa nimmt den Sohnemann mit in die Stadt um noch einiges für den Heiligen Abend zu besorgen. Der kleine Mann ist schon seit Wochen total aufgeregt.

Papa, wie oft muss ich nun noch schlafen, bis Weihnachten?“

Noch zwei Mal, dann ist es so weit.“

Gehen wir dann wieder in die große Kirche, ich finde das so schön wenn alle zusammen singen und diese Geschichte vorgelesen wird.“

Klar doch, wie immer. Danach gehen wir dann heim und die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum.“

Der Kleine plappert und redet ohne Punkt und Komma.

Als sie in eine Parfümerie gehen, schnuppert das Kind, rümpft die Nase und sagt ganz laut: „Hier stinkt es aber fürchterlich!“

Papa wird rot, weil dieser Satz so laut war, dass es jeder im Laden hören konnte.

Einige Damen und Herren lachen heimlich.

Als eine Verkäuferin auf die beiden zutritt und fragt ob sie helfen kann, entspannt sich auch der Papa wieder und meint, dass er etwas für seine Schwiegermutter sucht, die schon fast 70 ist und bisher nur 4711 getragen hat. Einige Proben später und um 70DM leichter gehen die zwei wieder.

So Basti, das war es dann, wir haben alles. Nur noch das Rasiermesser für Opa abholen und wir sind fertig.“

Papa, können wir noch zu Kaufhof rein?“ Klar weiss der Papa in welche Abteilung der Junior rein will. Ihr doch sicher auch!

Also quer durch das Getümmel, auf den Rolltreppen hoch in den dritten Stock, und vor dem Stand von Nintendo stehen bleiben. Der Junge zieht aber schnell den Papa am Arm, in Richtung Lego, er hat schon strahlende Augen und noch keine Ahnung, dass er eine Bahn geschenkt bekommt.

Er hüpft hin und her, von einem Karton zum nächsten, und strahlt als würde alles ihm gehören.

Können wir noch einen Kakao trinken, dort wo Du immer Kaffe trinkst?“ Dabei setzt er seinen Hundeblick auf, und wer kann dann schon Nein sagen.

Ok, also ab ins Cafè und einen Espresso und einen Kakao bestellt, mit extra Sahne für den Junior.

Die Bedienung kennt uns schon gut und bringt auch gleich ein Malbuch mit.

Nach einer Stunde gehen die zwei wieder zum Bahnhof um die Straßenbahn nach Hause zu nehmen.

In der Unterführung sitzt ein alter Mann mit seinem Hund und hat eine kleine Schüssel vor sich stehen. Dort sind einige kleine Münzen drin. Der alte Mann spielt unmelodisch auf einer Mundharmonika. Doch das stört den kleinen Mann nicht sonderlich.

Er zupft wieder an der Jacke von seinem Papa.

Papa, warum macht der Mann das?“

Weil er keine Wohnung hat, und kein Geld.“

Darf ich?“ Papa kennt das schon, er holt seinen Geldbeutel aus der Tasche und der Junge darf sich etwas Geld heraus nehmen. Fast fünf Mark nimmt er heraus. „Der Hund hat doch auch Hunger!“ Er geht zu dem alten Mann, legt das Geld in die Schale und fragt ob er den Hund anfassen darf. Als der Alte nickt, streichelt Basti ihm über den Kopf und legt die Decke noch etwas besser um ihn herum.

Dann kommt er zurück zu Papa, der Alte lächelt und nickt.

Papa, der hat gar keine Handschuhe und keinen Schal, der friert doch!“ Das war keine Feststellung, das war viel mehr.

Papa treten Tränen in die Augen, er zieht seine Handschuhe und den Schal aus, gibt sie dem Jungen und der bringt sie zu dem alten Mann hinüber. Dieser ist total gerührt und bringt kein Wort hervor. Auch der Papa fühlt etwas in sich. Er ist so stolz, dass sein Bubi so ein mitfühlendes Herz hat.

Für Heute ist diese Geschichte zu Ende. Wollt Ihr mehr davon, dann lasst einen Kommentar bei FB und auf meinem Blog.

Vielen Dank dafür, dass Ihr bis zum Ende mitgelesen habt.

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