Einsamkeit

© By Fridolin Wirbelwind

Nun ist es fast schon soweit. Viele Menschen werden mit der Familie feiern. Doch andere werden an diesen Tagen die traurigste Zeit des Jahres durchleben müssen. Keine Familie oder von der Familie vergessen, werden diese Menschen versuchen die Feiertage zu überstehen. Es wird viele Tränen der Einsamkeit geben, weil sich einige Menschen als abgeschoben vorkommen werden. Alleine in einem Altenheim geparkt oder in ihrer kleinen Wohnung werden sie anderen zusehen müssen, wie diese feiern. Mit etwas Glück haben sie eine oder auch zwei Weihnachtskarten erhalten. Diese zeigen ihnen, dass sie noch nicht gänzlich vergessen wurden, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Sie träumen von den Tagen als sie noch mit einer Familie diese Tage begehen durften, nun ist nichts mehr davon übrig. Nur noch die Erinnerung an schönere Zeiten. Sie weinen stille Tränen, denn zeigen wollen diese Menschen nicht, dass sie sich so einsam fühlen.

Ein Händeschütteln oder in den Arm genommen werden, das sind Dinge die sie schon lange nicht mehr erlebt haben. So gibt es viele, welche hoffen, dass sie das nicht noch einmal durch machen müssen. Viele von diesen alten Menschen haben nur noch die Hoffnung, dass es vielleicht noch einen Menschen gibt, der sie nicht vergessen hat. Der vielleicht mit schönen Gedanken an sie denkt, und das hält sie am Leben.

Ein Leben lang gearbeitet und versucht alles richtig zu machen, was nicht immer gelang. Aber nun auf das Gleis der Vergessenheit geschoben zu werden, so hatten sie sich das nicht vorgestellt.

Der alte Mann hat Heute zwei Weihnachtskarten erhalten, zwei von vieren, warum nur konnten sich die anderen keine Zeit nehmen um ihm auch ein Zeile zu schreiben?

Er wird traurig, es hatte ihm doch immer so viel Freude bereitet die Kinder zu beschenken.

Nun lebt er schon viele Jahre ganz alleine, und er wird wunderlich, weil seine Bemühungen nicht ausreichen, dass ihm ein Zeichen der Liebe geschenkt wird. Er hofft nur noch, dass diese schwere Zeit bald vorüber ist. Danach kommt noch Silvester, da wird er auch alleine sein. Im Fernsehen wird er auf allen Kanälen nur Party und glückliche Menschen sehen, und das ohne dass ein anderer Mensch an seiner Seite wäre.

Gerne hört er noch die alten Lieder, doch sie machen ihm nur ein schweres Herz. Ihm ist klar, dass er nie wieder eine Zeit wie damals erleben kann. Doch aufgeben will er nicht, auf keinen Fall.

Vielleicht kommt ja noch eine Zeit, in der er ein kleines Stück vom Glück abbekommen kann. Er will ja nicht den ganzen Kuchen nur ein ganz kleines Stück davon.

Ein Lächeln im Frühjahr, ab und zu eine Hand die seine hält. Nicht jede Morgen alleine aufwachen, und abends ins Bett gehen. Aber eine Hoffnung hat er eben noch immer. Weit mehr als ein halbes Jahrhundert hat er nun gelebt. Er hat gerackert und geschuftet, hat die Kinder von anderen Männern großgezogen. Doch was blieb ihm? Nichts, gar nichts. Nur die Genugtuung, dass einige wenige Menschen seine Geschichten gerne lesen.

Würde er noch an einen Gott glauben würde er ihn fragen warum er ihn so sehr straft! Aber seinen Glauben hat er schon vor vielen Jahren verloren.

Sein Wissen gibt er an jeden weiter, der es nutzen will, warum sonst hat er soviel gelernt!?

Dann kommen Kinder und fragen ihn ober der Bruder vom Christkind ist, weil er sich so freut als die Kinder ihre Geschenke bekommen. Dann wird ihm von einem anderen älteren Herren gesagt, dass sein bester Job wohl der eines Weihnachtsmannes wäre, weil er sich mehr darüber freut dass andere Geschenke bekommen, als sie selber zu erhalten.

Dann wünscht er sich, dass er wirklich das Christkind sein könnte, nur um allen Menschen ihre innigsten Wünsche erfüllen zu können.

Dann wird er wieder wach und sieht, dass alles nur Träume waren. Gleich wird er noch trauriger, denn diesen Wunsch kann ihm kein Mensch erfüllen, und er fühlt sich noch trauriger als vorher.

Darum bitte ich alle Leser, denkt doch an die vielen einsamen Menschen, in dieser Zeit.

Euer Fridolin Wirbelwind.