Alleine

© By Fridolin Wirbelwind

Der alte Mann schreibt seine Geschichten, dabei rollen ihm viele Tränen aus seinen Augen. Er hätte so gerne eine Familie, auch wenn sie ihn nur einmal im Monat besuchen würde. Aber das war ihm nicht gegönnt. Er konnte keine eigenen Kinder haben. Dafür hat er in vier Beziehungen ein Dutzend Zieh- und Stiefkinder großgezogen. Aber er erinnert sich gerne an die schönen Zeiten, als er noch viel Geld verdient hat, und den Kids fast alles bieten konnte.

Nun ist er alleine, oft sehr alleine. An vielen Abenden denkt er darüber nach, wie schön es doch war, als er noch ein Papa war, in Deutschland und Amerika, in Holland und Dänemark. Immer waren Kinder um ihn herum, und nun ist er alleine.

Er überlegt, was er alles falsch gemacht haben könnte.

Oh, er hat viel gearbeitet, die Familien vernach-lässigt und zu wenig Zeit mit ihnen verbracht. Geld war ihm wichtig, weil er dachte, dass das auch für Frau und Kinder wichtig wäre.

Das war einer seiner Fehler. Eine Frau … aber egal, ich will nicht über sie lästern.

Aber oft denkt er daran, wie er seinen Bub nach Amerika holte, jedes Jahr über Weihnachten und Silvester.

Der alte Mann weint nun wieder und wünscht sich, dass er diese Gedanken verbannen könnte.

Er wird den Rest seines Lebens alleine bleiben und mit diesen Gedanken leben müssen.