Das Mädchen und der Drache

© By Fridolin Wirbelwind

Sie ist 10 Jahre jung, und sitzt im Rollstuhl. Viele Freunde hat sie nicht, aber das ist für sie normal. Da sie ja nicht alles mitmachen kann, was die anderen Kinder machen ist sie das ja gewohnt.

Sie kam schon mit dieser Behinderung auf die Welt, und da sie nichts anderes kennt, kann sie gut damit umgehen.

Einige Kinder sind da nicht so gut drin, auch wenn sie immer wieder sagt, dass es ihr nicht viel ausmacht, nicht alle Spiele mitmachen zu können.

Ein Junge in ihrer Klasse ist ganz gut drauf. Er geht mit ihr gerne in den Park, wenn sie mit ihrem Hund unterwegs ist.

Dann sieht sie zu wie sich die beiden jagen und lacht vor Freude.

Manchmal träumt sie schon davon, wie es wäre wenn sie auch gehen könnte. Dann kommen ihr Ideen was sie machen würde, wenn sie Beine hätte, aber das sind eben nur Träume.

Doch ist sie nicht böse auf das Leben, es ist eben, wie es ist. Und in ihren Träumen hat sie einen guten Freund, einen Drachen aus dem Land der Fantasie und Träume. Er ist immer für sie da, auch und besonders, wenn sie einmal traurig ist.

Doch niemand außer ihr kann ihn sehen, denn sie hat ihn sich selber ausgedacht. Aber immer wieder erkennt sie, dass der Drache der keinen Namen hat, auch dann auftaucht, wenn sie gar nicht an ihn denkt. Dann schwebt er über dem Spielplatz oder über der Tafel im Klassenzimmer und lächelt sie an.

Als im letzten Jahr ihre Mama ins Krankenhaus musste, war er die ganze Zeit bei ihr, hielt im Schlaf ihre Hand und hauchte ihr mit seinem Drachenatem Mut ein, wann immer sie traurig war.

Sie hat auch einen Freund der real ist, den Max. Der lebt im Haus nebenan. Er ist der einzige Mensch, dem sie von ihrem Drachen erzählt hat.

Als Max das gehört hat, war er etwas traurig. Als sie ihn fragte, warum er denn so traurig wäre, dass sie in ihren Träumen einen Drachenfreund habe, meinte er, dass dieser ja sie immer in den Arm nehmen darf, und er, der Max eben nicht.

Da nahm sie ihn an der Hand, und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Aber der Drache ist doch nur ein Traum, Du bist mein bester und liebster Freunde in der realen Welt.“

Der Junge musste einen Kloß im Hals verdrängen, so sehr hatten ihn die Worte des Mädchen gerührt.

Sag ihm doch, dass ich Dich mag. Vielleicht besucht er mich dann auch einmal, wenn ich einsam oder traurig bin.“

Sie versprach es ihm und dann gingen sie in die Küche um mit der Familie zu essen.

Tja und dann kam es, dass auch Max von dem Drachen träumen durfte.

Dazu muss ich Euch nun sagen, dass jedes Kind einen Drachen hat, aber nicht alle Kinder ihren Drachen sehen oder gar erleben können. Nur wer einen lieben Menschen hat, der bereit ist seinen eigenen Drachen zu teilen, wird seinen auch sehen können.

Es gibt noch ein weiteres Geheimnis, wenn sich zwei Drachen von Kindern treffen, dann kann noch etwas ganz besonderes geschehen.

Einer der beiden Drachen kann in die Realität wechseln, aber leider nur einer.

So vergingen dann die Jahre, aus den Kindern wurden Teenager.

Die Drachen der beiden schützten und behüteten die zwei. Sie waren immer da wenn sie Probleme hatten und hielten schlimme Dinge von ihnen fern.

Als sie dann eines Tages zu einem Zeltlager fuhren, geschah es dann. Und wer es nicht glauben will, der sollte nun nicht mehr weiterlesen.

Das Mädchen wurde von Max in ihrem Rollstuhl durch den Wald geschoben, das sagte Max, ganz laut: „Ich wünschte, dass Du auch alles das machen könntest wie ich.“

Auf einmal kam ein Wind auf, gar nicht kalt, eher wie ein leichter Kuss.

Und auf einmal erschien vor den Beiden eine Gestalt, aus dem Nichts heraus.

Es war eine Gestalt, die vor den Zweien auftauchte, so groß wie die Bäume um sie herum. Sie hatte den Kopf einer Schlange, den Körper eines Löwen und die Flügel eines Adlers.

Zuerst war alles nur wie ein Schatten zu erkennen, dann wurden die Umrisse deutlicher, und schließlich konnte man das ganze Wesen sehen. Aber nur diese beiden konnten wirklich etwas erkennen.

Ich bin Puff, der Drachen aller Kinder.“

Dabei erklang ein wunderschönes Lied.

https://www.youtube.com/watch?v=Y7lmAc3LKWM

Solange ihr eure Kindlichkeit nicht verliert, werde ich für Euch real sein. Gebt meine Geschichte an Eure Kinder weiter, und sorgt dafür, dass die Träume und Hoffnungen von Kindern immer ernst genommen werden. Solange ihr dies tut, werden Drachen immer wieder neu geboren werden können.“

Die beiden waren so gerührt, dass sie zwei Tränen vergossen, die Kinder, und nur Kinder und Erwachsene die noch Kinder sein können, an einem besonderen Platz finden können.

Vielleicht könnt ja auch Ihr so einen Platz finden.

Ein kleiner Hinweis: Dort fühlt man immer etwas ganz besonderes.

Diesen, ganz besonderen Drachen kann man auch Heute noch an manchen Abenden sehen, wenn man als Mensch noch träumen kann.

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