Betrifft: Integration

So hier mal ein paar Gedanken zur Integrationsdebatte.
Betrifft: Integration
© By Fridolin Wirbelwind

Als Mensch welcher in einer Zeit groß wurde, in der die ersten Gasterbeiter nach Deutschland kamen, möchte ich nun auch etwas zum Thema Integration sagen.
Als die ersten Gastarbeiter zu uns kamen, wurde ihnen viel versprochen. Gute Jobs mit guter Bezahlung und ein tolles Leben.
Leider erwachten einige schon sehr bald auf, aus diesem Traum.
Meist wurden ihnen Arbeiten zugewiesen, die viele Deutsche damals nicht machen wollten. Müllwerker und Straßenkehrer, Drei-Schicht-Arbeitsstellen in der Industrie, sie machten nachts die Lackierboxen sauber, arbeiteten im Straßenbau uvm.
Da ja die meisten Deutschen diese Arbeiter wirklich nur als Gäste sahen, sie aber nicht als solche behandelten, wurden sie oft in Massenunterkünften eingepfercht. Selten nur, dass diese Menschen dort dann auch Kontakte zu den Einheimischen pflegen konnten. So blieben sie unter sich. Die Italiener und Portugiesen, die Türken und die Spanier etc.
Viele Deutsche wollten gar keinen Kontakt zu diesen Menschen herstellen, bis auf einige Ausnahmen abgesehen.
Deutschkurse gab es fast keine, man schimpfte lieber über die Ausländer, >kommt mir sehr bekannt vor<.
Doch trotz allem, gefiel es einigen dieser Arbeiter so gut bei uns, dass sie sich entschlossen, länger hier zu bleiben.
So mancher holte dann auch seine Familie nach. Doch das war damals auch schon ein Problem, viele mussten überhöhte Mieten bezahlen, wenn sie überhaupt eine Wohnung bekamen.
Man redete in Babysprache mit ihnen, anstatt ihnen behilflich zu sein unsere Sprache zu erlernen.
Sie wurden als Spaghettis, Knoblauchfr—– und schlimmeres bezeichnet.
Dann kamen die ersten Kinder zu uns in die Schulen.
Sie konnten oft kaum mehr als ein paar Worte Deutsch sprechen und mancher Lehrer machte auch keine Anstalten ihnen zu helfen.
So blieben auch meist die Kinder in den Kreisen von Menschen die ihre Sprache sprachen.
Viele sparten jeden Pfennig um das Geld in die Heimat zu schicken, oder einmal die Familie holen zu können.
Als dann einige begannen, Lokale zu eröffnen, kam oft Neid auf, und jeder Italiener konnte sich ja angeblich das nur leisten, weil er ein Mafiosi sei.
Die Chinesen waren Drogendealer und Türken, welche kleine Importgeschäfte eröffneten mussten wohl per se kriminell sein.
Von Integration war keine Spur zu finden. So geschah es eben, dass ganze Stadtteile von bestimmten Ethnien bezogen wurden.
Viele Deutsche meinten, dass die (Schimpfwort ach Bedarf einfügen) ja zeigen würden, dass sie gar nicht mit uns zusammen leben wollen.
Viele dieser Dienstleister und Kleinhändler konnten nur überleben, weil sie auf Familie und Freunde zählen konnten.
Da arbeiteten oft drei Generationen in einer Pizzeria.
Die Integrationsdebatte hätte man schon in den 1960er Jahren führen müssen, denn dann hätten auch mehr Deutsche die Vorteile erkannt, dass Vielfalt nur Vorteile bringt. Leider wurden diese Debatte bis vor kurzem gar nicht geführt, und der böse Geist, des Neides und des „Wir“ gegen „Die“, wurde nicht angegangen.
Fremdenhass kann man nun nicht innerhalb von fünf bis zehn Jahren bekämpfen, dies ist eine Aufgabe die mehr als eine Generation dauern wird, auf allen Seiten.
Nun warte ich auf den Shitstorm.

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