Geschichte eines Hundes

© By Fridolin Wirbelwind

Hallo, ich melde mich auch wieder einmal.

Oh, Ihr erkennt mich nicht?

Ich bin doch der Vierbeiner der den Joachim einige Monate auf seinen Reisen begleitet hat.

Namen hatte ich keinen, denn Joachim war mein Freund und er hat mich auch immer so genannt.

Es ist nun schon viele Jahre her, dass ich über die Regenbogenbrücke ging.

Die Zeit mit Joachim war die schönste meines Lebens.

Ich wurde in einem Stall geboren, wo noch viele andere wie ich leben mussten.

Mit sechs Wochen wurde ich mit anderen aus dem Stall in einen Käfig gesteckt, und nach Deutschland verkauft.

Zuerst kam ich in eine Familie, das war wirklich schön, aber im ersten Sommer, wurde ich an einer Autobahn ausgesetzt.

Zu meinem Glück konnte ich mich von dem Strick befreien und strolchte dann viele Monate umher.

Eines Tages war da ein Zelt an einem Grillplatz, da saß ein einsamer Mann. Er spielte auf einer Melodica Melodien, die mich anzogen.

Also schlich ich mich an ihn heran. Als er mich sah, nahm er etwas von seinem Essen, gab es auf einen Teller und stellte es für mich abseits vom Feuer hin.

Hunger hatte ich, und seine Musik war so schön, also ging ich hin und habe mir den Bauch vollgeschlagen. Der Joachim stellte mir dann auch noch eine Schale mit Wasser hin, man war das schön. Noch niemals vorher hatte ich einen Menschen getroffen, der so lieb zu mir war.

Also habe ich mich dazu entschlossen mit diesem Menschen zu gehen.

Am nächsten Morgen gab es geröstetes Brot, mehr hatte der Mensch nicht mehr, aber auch Wasser gab er mir wieder, so war mir klar, wer alles mit mir teilt, kann nicht schlecht sein.

Als der Joachim dann das Zelt und den Rest eingepackt hatte, ging ich einfach mit. Es konnte ja nichts schlimmeres passieren, als dass er mich nicht bei sich haben wollte.

Aber der arme Mensch, freute sich darüber, dass ich ihn begleiten wollte.

Auch ich war glücklich, einmal nicht alleine zu sein.

Wir gingen also zusammen in die nächste Stadt. Vor der Kirche setzte sich mein neuer Freund hin, legte seinen Hut vor sich hin und hoffte, dass es einige Menschen geben würde die ihm Geld da hinein werfen möchten.

Nach einiger Zeit begann es zu regnen, und mein Freund packte seinen Hut und wir gingen vor eine Apotheke. Als der Joachim rein ging, legte er seinen Rucksack ab und fragte mich ob ich darauf aufpassen würde. Zwar konnte ich damals noch nicht alle Worte von ihm verstehen, doch wusste ich was er von mir wollte. Also legte ich mich auf sein Zeug und passte auf die Dinge auf. Mein Freund kam heraus und sagte zu mir, dass wir vor hier geduldet werden und zeigte mir einen Geldschein mit den Worten, dass wir genug zu Essen haben würden für den Tag. Lieben Dank an den Menschen in der Apotheke.

Da wir unter einer Passage sitzen konnten, setzte sich mein Mensch hin, legte seinen Hut wieder aus uns spielte einige Melodien auf seiner Melodica. Es dauerte auch nicht lange, bis einige Menschen uns Geld gaben. Der Apotheker gab uns dann noch etwas zu trinken. Was mein Mensch bekam, das mochte ich nicht, aber auch ich bekam eine Schüssel mit Wasser.

Nach etwa zwei Stunden sagte mein Freund, dass wir genug Geld für den Tag haben würden, und wir gingen zu einem Laden um Essen und Trinken zu kaufen.

Dort trafen wir dann auf eine Frau, die uns schon einmal Geld gegeben hatte. Sie wartete an der Kasse bis Joachim unseren Einkauf bezahlen wollte und hat dann für uns bezahlt.

Als mein Freund das hörte, bekam er Wasser in die Augen, nahm die Frau in die Arme.

So waren wir einige Monate unterwegs. Auch suchte sich mein Mensch immer wieder einmal einen Job, dann ging er zur Arbeit und ich wartete vor der Arbeitsstelle bis er Feierabend hatte.

Ja es waren schöne Zeiten. Mein Freund kümmerte sich um mich, und ich versuchte ihn zu beschützen.

Wir sind damals viel gereist, quer durch Deutschland, Holland, Frankreich und Spanien.

Als wir einmal wieder in Deutschland waren, gab es dann diesen Tag. Wir bekamen einen Schlafplatz hinter einer Pizzeria. Mitten in der Nacht hörten wir laute Stimmen, dann flog eine Tüte aus einem Fenster. Die Tüte landete auf unserem Schlafsack. Wir hörten ein Jammern und so machte mein Freund die Tüte auf.

Ihr werdet nicht glauben, was da drin war. Wir fanden zwei Kätzchen da drin. Sofort untersuchte der Joachim die armen Tiere. Als er festgestellt hat, dass ihnen nichts fehlt, verließen wir den Ort.

Wir gingen dann zu einem anderen Platz, etwas außerhalb.

Dort wurden die Kätzchen dann von mir geputzt und von Joachim mit Milch versorgt. Von da an waren wir vier.

Eines der Kätzchen konnten wir dann in gute Hände abgeben, das andere blieb bei uns und zog mit uns umher.

So wanderten wir durch Europa, manchmal hatten wir Hunger und an anderen Tagen wurde mein Joachim verprügelt. Aber wir drei blieben immer zusammen.

An einem Tag geschah dann das undenkbare. Wir hatten einen guten Schlafplatz gefunden, an einem schönen Grillplatz. Es kamen noch andere dazu, und die meisten Menschen waren sehr freundlich. Doch spät in der Nacht kamen dann noch einige Deppen, die sich über uns beschwerten und zuerst unser Zelt angezündet haben.

Das konnte ich natürlich nicht durchgehen lassen. Ich ging raus aus unserem Zelt, knurrte und zeigte, dass ich so etwas nicht erlauben würde.

Auf einmal sah ich einen hellen Blitz, spürte einen warmen Schmerz und fiel dann um.

Ja, das war mein Todesdatum. Leider konnte ich meinem besten Freund nicht mehr helfen. Unsere Katzenfreundin versuchte auch den Joachim zu beschützen. Sie wurde erschlagen und unser Mensch wurde so verprügelt, dass er für vier Wochen im Krankenhaus war.

So und nun könnt Ihr denken was Ihr wollt.

Ich und unsere Katze sind nun schon lange nicht mehr unter Euch.

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