Wie man zu einem Söldner werden konnte, vor vielen Jahren!

© By Fridolin Wirbelwind

Es ist schon viele, viele Jahre her.

Der Mann wanderte schon viele Tage, gegessen hat er einige Beeren, einen kleinen Vogel und Baumrinde. Er hatte sich in dem großen Wald verlaufen. Aber es gab ja etwas das ihm Hoffnung gab. Gestern hat er einen Bach entdeckt, also würde er seinem Lauf folgen bis er eine Siedlung erreicht.

Als er schon drei Tage dem Lauf des Baches gefolgt war, hörte er aus einem Busch etwas, das sich wie Weinen anhörte. So schlich er sich zu dem Ort und fand dort einen kleinen Welpen. Er wusste nicht ob es ein Wolf oder ein Hund war, aber er konnte dieses Tier einfach nicht so liegen lassen. Doch wie sollte er das Tier nun mit Futter versorgen, da er selbst mehr Hunger hatte, als jemals zuvor?

So suchte er das Ufer ab, vielleicht würde er ja ein Vogelnest finden. Den Welpen steckte er unter seine zerissene Weste und ging los.

Nach einigen Stunden fand er doch tatsächlich drei Eier im Schilf. Eines trank er sofort aus, in das zweite machte er ein kleines Loch und träufelte dem kleinen Tier so etwas Futter in seine Schnauze. Das dritte wollte er aufheben.

So kam der Abend und er legte sich ins Gras und schlief auch bald ein.

Am nächsten Morgen wusch er sich, gab seinem kleinen Begleiter das letzte Ei und folgte weiter dem Lauf des Baches. Gegen Mittag konnte er am Horizont mehrere Rauchsäulen sehen. Er schätzte die Entfernung und hoffte noch vor Sonnenuntergang den Ort zu erreichen.

Und er schaffte sein Ziel. Als die Sonne sich schon anschickte sich in ihr Nachtlager zu begeben, erreichte er den Ort.

Vorsichtig betrat er das Dorf. Es bestand nur aus etwa zehn Häusern, einem Dorfbrunnen und einer Schänke. Und obwohl er weder Geld noch andere Werte mit sich führte, betrat er die Schänke. Darin roch es gut nach Essen und Bier. Am großen Tisch in der Mitte saßen einige Soldaten, sie tranken Wein, rauchten Tabak aus Tonpfeifen und waren sehr laut.

Der Wirt kam auf ihn zu und fragte was er wolle. Darauf konnte der Mann nur sagen, dass er eine Arbeit braucht, für Essen und Unterkunft, und vielleicht etwas Milch für seinen Begleiter. Der Wirt hatte ein gutes Herz, und bot ihm an, dass er Essen bekäme und auch einen Strohsack, sollte er bereit sein, später den Gastraum zu säubern und sich auch um die anderen Gäste zu kümmern.

Sofort sagte der Mann zu, bat nur noch um einen Platz für sein Tier am Kamin.

Der Wirt war einverstanden, und bot ihm auch noch einen Krug Bier an.

Aus der Küche rief eine Frau, dass das Essen für die Soldaten des Grafen nun fertig sei und unser Mann ging sofort nach hinten und nahm die Teller von der Wirtin in Empfang um sie den Soldaten zu bringen.

Diese waren schon gut angetrunken, und luden den Mann ein, mit ihnen zu essen und zu trinken. Der Mann sah zum Wirt, und als dieser nickte, setzte er sich zu den Söldnern an den Tisch, nicht ohne vorher das Tier zu holen. So saß er dann mit diesen käuflichen Streitern bis in den Morgen am Tisch. Er trank und aß, bis ihm fast schlecht wurde. Auch der Hund wurde nicht vergessen. Die Söldner hoben ich auf den Tisch und er durfte fressen so viel er konnte.

Als dann die Sonne aufging, verließen die anderen Männer die Schänke. Der Wirt sagte dem Mann, dass er nun aufräumen und putzen soll, und danach im Ziegenstall schlafen könne.

Er erledigte alle Arbeiten, legte sich dann zu den Ziegen und schlief, bis die Sonne schon im Mittag stand.

Dann kam die Wirtin in den Stall, weckte ihn und meinte, dass er nun auch etwas zu essen verdient hätte. So ging er mit ihr mit in den Gastraum. Dort bekam er Dünnbier, etwas Brot und eine Suppe. Sein Essen teilte er mit seinem Begleiter. Als der Wirt dann auch in den Gastraum kam, rief dieser ihn zu sich fragte ob er noch länger bleiben möge und schob ihm drei Kupfermünzen zu. Als der Mann entgegnete, dass er wohl gerne eine Zeit bleiben würde, da er auch neue Kleidung braucht, spuckten sie sich in die Hände und besiegelten den Vertrag.

Am Abend kamen dann die Söldner wieder. Als sie den Mann erkannten wurde er sofort an den Tisch befohlen, mit seinem Hund.

Söldner verdienten zu der Zeit etwas einen Silbertaler am Tag, und so konnten sie auch Wein trinken, der ganz weit aus dem Süden kam. Sie mochten es, den Geschichten des Mannes zu lauschen. Er war schon viele Jahre unterwegs und hatte einige Abenteuer erlebt. Die Gäste tranken wieder viel und einer fragte den Mann ob er ihm seinen Hund abkaufen könne. Dies verneinte der Mann, denn irgenwie erschien es ihm falsch seinen kleinen Freund zu verkaufen.

Nach dieser Ablehnung kuschelte sich das Tier ganz eng an den Mann, als hätte es die Worte verstanden.

So ging das viele Monate. Der Mann hatte eine Unterkunft und Essen für ihn und seinen vierbeinigen Begleiter war auch sicher. Dazu konnte er noch einige Kupfer- und Silbermünzen ansparen.

Einige der Söldner zeigten ihm den Kampf mit Kurzschwert und Dolch, nachdem er im Würfelspiel ein Kurzschwert gewonnen hatte. Sein Hund wurde groß und stark. Der Mann trainierte seine Fähigkeiten mit den Waffen und sein Vierbeiner lernte, stets an der Seite seine Herren zu stehen.

Eines Tages kam dann die Aufforderung des Königs, dass sich alle waffenfähigen Männer zum Heer melden müssen.

So verabschiedete sich der Mann von dem Wirt und stellte sich. Da er nun ja schon einige Waffenkünste beherrschte wurde ihm auch bald eine Einheit unterstellt. Als Feldwebel trainierte er nun junge Männer in der Kriegskunst. Immer an seiner Seite war sein Hund.

So schlugen sie so manche Schlacht.

Wie die Geschichte endete, das möchte ich Euch nicht erzählen, denn es ist kein gutes Ende.

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