Eine ganz alte Geschichte!

© By Fridolin Wirbelwind

Also, Heute ist er wirklich nicht gut drauf, der ältere Herr.

Doch aufgeben gilt nicht, also setzt er sich vor den geliehenen PC und schreibt etwas. Nun ist er am Überlegen, was er Euch denn anbieten kann? Soll er eine neue Geschichte für Lilly schreiben, oder doch eher etwas politisches, er hätte auch noch etwas aus seiner Vergangenheit zu bieten?

Also fängt er einfach an, wird schon lesenswert werden.

Hm, er glaubt, dass er Euch von einem Sommerwochenende von 1976 erzählen wird.

Das war das Jahr als er seinen Führerschein gemacht hat. Der hatte ihn damals 590,- DM gekostet, ja waren andere Zeiten damals.

Er hat damals bei der Firma Casala, Schul- und Polstermöbel in Neu-Ulm gearbeitet, in der Fertigung und das im Akkord.

Für die damalige Zeit hat er sehr gut verdient, im Durchschnitt standen auf seinem Lohnzettel so Beträge um die 1.000,- DM, inklusive der Akkordzulage und der Schmutzzulage wenn er in der Lackiererei arbeitete.

In dieser Zeit hat er viel gelernt, und es wurde eben auch sehr gut bezahlt.

Also er hatte seinen Führerschein, aus einem Versehen heraus, waren nicht nur die Klassen 3 und 1, für die er die Prüfung abgelegt hatte, sondern auch die Klasse 2 für LKW über 7,5t angegeben.

Als sein Lohn für Juli überwiesen worden war, war er total happy, das Geld war stets vor dem Lohnzettel da, als er sah, dass er über 1.200,- DM dort sehen konnte. Also ging er los, kaufte sich eine Zeitung und sah die KfZ-Anzeigen durch. Dort wurde ein Käfer angeboten. VW-Käfer, 1200, BJ 1960, für 500,-DM. Er rief an, machte eine Probefahrt und konnte noch am gleichen Tag mit dem Auto heim fahren.

Also wer Käfer kennt, besonders die ganz alten Modelle, dem muss ich nun nicht viel erzählen. Ein Schiebedach, Chromstoßstangen, das Fernlicht links von der Kupplung und das Röhrenradio brauchte ebenso lange um zu funktionieren, wie im Winter die Heizung.

Nivea blau war der Wagen, hatte sogar noch „Winker“ an der B-Säule. Die Scheinwerfer hatten diese tollen „Augenlider“ aus Chrom und der erste Gang war noch nicht synchronisiert.

Aber mit seinen x20PS schaffte das Auto immer hin noch 125 km/h mit fünf Leuten im Auto.

So, nun hat er genug für die Autofans geschrieben.

Da er in seiner Clique, in der auch sein jüngerer Bruder war, der einzige mit Führerschein UND Auto war, kam ihm eben auch die Aufgabe zu, die ganze Meute zum Baggersee zu bringen und die Mädels, die nicht übernachten durften, wieder Heim zu fahren.

Es war also so ein Wochenende, als sie wieder am Baggersee waren. Es gab Lagerfeuer, Grill-Würste, Steaks, Whiskey und jede Menge Bier.

Einer hatte seine Gitarre mit dabei, und so fingen die jungen Leute an, so gegen Mitternacht, Musik zu machen und zu singen.

Er war ja schon immer sehr schüchtern und bemerkte nicht, wie sich sein Schwarm den ganzen Abend schon in seiner Nähe aufhielt.

Sie holte ihm stets ein neues Bier, sorgte dafür, dass er auch sein Steak nicht verbrennen lies und vieles mehr.

Als es dann endlich ganz dunkel wurde, holte dieses Mädchen ein Decken und legte sie den beiden um. Tja, und er hat noch immer nichts kapiert.

Als dann so ganz langsam der Morgen ankam, spielte der Musiker den Song: Morning has broken.

Als die Regina ihn dann ganz fest in ihre Arme nahm, hat er endlich verstanden. Sie drehte seinen Kopf zu ihrem Gesicht, streichelte seine Wange und küsste ihn! Für den jungen Mann explodierte ein Feuerwerk, seine Träume sollten Wirklichkeit werden. Da sein Bruder schon im Zelt war, holte Regina ihren Schlafsack, sie krochen zusammen hinein und was dann geschah, ist nicht Jugendfrei, aber die Leser können, sich das ja wohl selber vorstellen.

Nach einer unvergesslichen Nacht wurden sie vom Lärm der Freunde geweckt. Die versuchten gerade einen Fuchs zu vertreiben, der sich an den Resten bedienen wollte.

Der Vormittag gestaltete sich dann für ihn etwas seltsam. Einige Mädchen, außer Regina, wollten unbedingt nach Hause. Hm, was hatte er damals für ein Glück, dass nichts passiert ist, er hatte bestimmt noch mehr Promille an zulässig waren.

Aber es ging alles gut. Als er dann zurück am See war, nahm ihm seine neuen Freundin den Zündschlüssel ab. Es war ihm egal. Sie schwammen im See, angelten einige Fische, grillten und tanzten.

Noch Heute erinnert er sich gerne an dieses Wochenende.

Da sie schon am Freitagabend zum See gefahren waren, hatten sie ja noch einige Zeit.

Er bedauert jeden Menschen, der so etwas nicht mitgemacht hat.

Sie rauchten Dinge und tranken mehr als gut war, doch sie genossen es.

Sie waren weit weg von der Stadt, der Himmel war klar, und abends legten sie sich auf den Rücken, sahen in die Sterne und in den Mond.

Noch fast ein Jahr hielt diese Liebe, die mit Neugierde und Erforschung beschäftigt war, eine Liebe, die zwar auch Sex beinhaltete, aber in seinen Erinnerungen nur schön war.

Er hat viele Frauen in seinem Leben gekannt, und von einigen kennt er nicht mehr die Namen, doch ihre Gesichter werden für immer in seinen Erinnerungen bleiben.

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