Vielleicht Ja, vielleicht Nein, oder eine Geschichte aus der Zukunft!

© By Fridolin Wirbelwind

Die Sonne würde bald unter gehen, als sich in der kleinen Ortschaft die Bewohner, wie jeden Abend, versammelten. Dieser Ort war nicht weit vom Fluss entfernt, der sie mit Wasser versorgte. Es war Tradition, dass sich alle gemeinsam am Feuer trafen um zu essen und zu trinken.

Weder kannten sie Geld noch anderes um sich lebensnotwendige Dinge zu besorgen.

Jeder Mensch machte das was er oder sie am besten konnte und auch gerne machte. Einige konnten Häuser bauen, andere kümmerten sich um die Versorgung der Landwirtschaft, wieder andere waren in der Lage das Wissen der Gemeinschaft weiter zu geben. Auch gab es Menschen welche Musik machten oder in der Erde nach Erzen oder anderem gruben. Kochen oder Kleidung herstellen war genau so gut angesehen, wie Bilder von der Natur zu malen, oder Metall zu schmieden uns Werkzeuge herzustellen.

Wer hungrig war bekam zu essen und wer fror bekam Kleidung.

Dies galt auch für alle Menschen die nur auf der Durchreise in dieses Dorf kamen.

Doch sie waren nicht die Einzige Ortschaft, in der ganzen Region lebten die Menschen so, und da alle mit allen anderen Menschen teilten, gab es keinen Grund um sich zu bekämpfen, und um Bodenschätze einen Krieg zu führen.

Es gab noch etwas, das sich nun schon sehr lange Zeit hielt, das war die Bereitschaft die wandernden Erzähler zu beherbergen. Dies waren meist Männer oder Frauen mit einer langen Erfahrung. Diese wanderten von Eisende bis Eisanfang durch die Region und erzählten von Dingen aus der Vergangenheit, oder Geschichten die sie aus anderen Regionen erzählt bekamen.

Einer dieser wandernden Erzähler war schon nach dem Sonnenhochstand eingetroffen. Zuerst wurde er mit Essen und Getränken versorgt, danach wurde ihm ein Ruheplatz gezeigt und am Abend würde er sich bei der Gemeinschaft einfinden und etwas erzählen. Manchmal waren die Geschichten lange und es konnte passieren, dass er zwei oder drei Tage an einem Ort blieb, bis er alles los geworden war.

Als alle gegessen hatten, wurde zuerst musiziert und getanzt, ehe der Dorfälteste den Gast bat seine neuesten Erfahrungen mit allen zu teilen.

Rolan setzte sich auf einen Stein, trank einen Schluck von dem vergorenen Saft und begann mit einer sonoren Stimme zu erzählen.

Es war vor langer Zeit, vor sehr langer Zeit. Es ist so lange her, dass 100 meiner Großväter sich nicht daran erinnern könnten wann dies alles geschah.

Damals gab es auch schon Menschen, Menschen die so ähnlich waren wie wir.

Schon lange gibt es diese Art der Menschen nicht mehr, zum Glück.“ sagte er leise seufzend. Er schüttelte sein langes Haar, fuhr nachdenklich mit seinen Fingern durch den noch längeren Bart, räusperte sich und fuhr fort.

Also diese Wesen hatten viele mechanische und andere Maschinen. Mit einigen konnten sie von Ort zu Ort auf dem Boden fahren, ganz ohne Tiere; andere flogen am Himmel, fast wie die Vögel und wieder andere fuhren über das endlose Wasser, keiner weiß mehr wohin.

Doch all diese Maschinen verbreiteten Gestank und Gift in der Luft.

Sie erzeugten große Mengen Lebensmittel, um damit Tiere zu füttern, die dann wieder zu Lebensmitteln wurden, welch eine Verschwendung. Dazu müsst Ihr wissen, dass zur gleichen Zeit unzählige Menschen nicht genug zu essen hatten.

Um genug Essen erzeugen zu können, wurden Wälder zerstört um dann immer wieder das gleiche Korn darauf anzubauen.“ Unter den Zuhörern wurde ein Grummeln laut, doch der Erzähler wischte mit einem Arm durch die Luft und es kehrte sofort wieder Ruhe ein.

Doch dies war nicht der einzige Grund, weshalb Bäume und Wälder zerstört wurden. Diese Menschen gruben auch nach Dingen die sie Kohle oder Erdöl nannten, um sie zu verbrennen. Sie beuteten auch die Erde aus um an Erze zu kommen, die sie für Ihre Maschinen und Geräte brauchten. Sie hatten zu jenen Zeiten auch Geräte mit denen sie sich über weite Strecken unterhalten und sich dabei ansehen konnten. Auch besaßen sie Waffen, die unzählige Menschen auf einmal töten konnten.“

Meister, warum sollte man andere Menschen töten wollen, ich verstehe das nicht?“

Dies zu erklären ist nicht so einfach. Jedoch werde ich es versuchen.“

Der alte Mann überlegte kurz, trank einen kleinen Schluck und begann weiter zu erzählen.

Damals gab es etwas das man ‚Geld‘ nannte. Jeder Mensch musste Geld haben um Essen oder anderes ‚kaufen‘ zu können. Man ging arbeiten und bekam dieses ominöse Geld dafür, für welches man dann Essen, Kleidung oder andere Dinge besorgen konnte.“

So etwas dummes.“ rief eine alte Frau dazwischen.

Der alte Erzähler nickte mit dem Kopf und fuhr fort.

Da hast Du wohl recht. Doch man sollte auch verstehen, dass sich diese Lebensart über viele hundert Großväter entwickelt hat. Die Menschen damals behaupteten, dass sie die Natur liebten, doch sie fingen Tiere ein um sie in Gitterkisten zu zeigen, und dafür bekamen sie wieder Geld. Oder sie bauten andere Gitterkisten um darin Tiere zu halten die sich nicht bewegen konnten, und lange vor ihrer Zeit getötet wurden um sie dann zu essen. Sie fuhren mit Maschinen auf das große Wasser um die Lebewesen darin in ungezählter Menge zu fangen, zu töten und zu Essen zu verarbeiten. Damals lebten aber noch viel mehr Menschen auf der Welt. Sie hatten alle Hunger, doch nicht alle bekamen etwas von all dem Überfluss. Nein, es gab Reiche in denen Essen weggeworfen wurde, weil es nicht schön genug war, oder es in diesen Reichen zu viel davon gab. Doch dann kam die Zeit, als es in den großen Wassern mehr Abfall gab, als Lebewesen. Dies geschah, weil durch das Geld einige Eigenschaften der Menschen damals Oberhand gewonnen hatten. Diese Worte kennen wir Heute nicht mehr, doch werde ich Euch kurz sagen, dass es Menschenwesen gab, die immer mehr haben wollten, viel mehr als sie in hundert Leben hätten ausgeben können.“

Warum würde man denn mehr wollen als man braucht?“, fragte ein junger Mann.

Dies werden wir wohl nicht verstehen können, aber vielleicht können die Altgräber einmal darauf eine Antwort geben.

Sie zerstörten die Natur, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Das Gift aus vielen Maschinen lies die Temperatur immer weiter ansteigen. Und je wärmer die Welt wurde, umso höher stiegen die großen Wasser an, und ganze Städte versanken in den Fluten. Ich muss Euch sagen, dass in einer von diesen Städten viele hundert unserer Dörfer Platz gefunden hätten. 100 mal 100 Menschen lebten in solchen Städte und oft noch viel mehr.

So kam es, dass viele Heimatlos wurden, auch aus den Reichen, welche früher Essen fort geworfen hatten. Sie zogen nun von den Küsten in das Innenland, dort wurde es bald eng und Hunger und Seuchen töteten viele unserer Vorfahren. Es begannen neue Auseinandersetzungen, die man mit Waffen bestritt. Waffen die wir uns nicht einmal vorstellen können. Daher gibt es auch die verbotenen Orte, dort würden wir nicht einen Tag überleben können.

Sie kannten nur die Liebe zu sich selber. Alles das sie nicht verstehen konnten sahen sie als Gefahr an, statt als eine Herausforderung um neues zu lernen.

Sie kämpften um die Vorherrschaft, egal ob es um eine Hautfarbe, eine Sprache oder Glaubensrichtung gab. Sie achteten nicht das Geschenk des Lebens!

Es gab welche, die andere Menschen töteten, nur weil sie aus einem anderen Reich kamen, eine andere Sprache sprachen oder auch aus anderen Gründen.

Meist jedoch töteten sie, weil einige nie genug hatten, diese Einstellung nannte man Gier.

Diese Vorfahren wurden von ihrem Sinn, nach immer mehr, zerstört und sie gingen unter. Nur sehr wenige haben überlebt, einige wie unsere Ahnen ersonnen den Plan alles anders und besser zu machen.

Ob ihnen das nun gelungen ist? Vielleicht Ja, vielleicht Nein.

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