Eine Geschichte die ich bei „Horst Kläuser“ gefunden habe.

Geschrieben von Horst Kläuser, ARD HauptstadtstudioBerlin, und zu finden auf seiner Seite: https://tinyurl.com/yy8jkqfo. Mit freundlicher Genehmigung von dem Urheber teile ich dies nun hier bei mir auch, einfach weil es eine tolle Tatsache ist, dass wir so frei hier leben können.

 

Ganz normale Gedanken an einem ganz normalen Donnerstag in Berlin.
Wie jeden Tag führt mich der Weg von meiner Wohnung in Berlin Moabit ins Studio mit dem Fahrrad unmittelbar am Kanzleramt vorbei – ca. 5 m Meter vom Zaun entfernt. (hier könnten Kühnert und Amthor rappeln, wenn sie denn rein wollten …)
Dann radele ich aufs Reichstagsgebäude mit der großen gläsernen Kuppel zu, unter der der Deutsche Bundestag tagt. Gleich gegenüber, aber auch dahinter, moderne Bürogebäude der Fraktionen, der Abgeordneten und die großen Säle für die Ausschüsse, sehr transparent und gläsern. Die Herzkammer der deutschen Demokratie.
Genau hier verlief vor 30 Jahren noch die Grenze zwischen zwei Welten, hier wurde geschossen und gestorben.
Was ich an diesem sonnigen Morgen nicht sehe, sind Straßenblockaden, eiserne Poller, Panzerwagen oder viel Polizei. Die beiden Polizisten im einzigen Streifenwagen neben dem Reichstag spielen mit ihren Smartphones.
Normal, wie gesagt.
Nein – ganz im Gegenteil. Es es die spektakuläre Besichtigung eines freiheitlichen, sicheren Staats, eben keine Diktatur, kein Polizeistaat, keine Macht, die sich hinter Mauern verschanzt. Die nach manchen Lesarten „mächtigste Frau“ der Welt arbeitet nur einen Steinwurf vom Arbeitsweg Tausender entfernt – nicht auf dem Olymp. Der eine oder andere Demonstrant reckt ein Plakat mit seiner Botschaft in die Höhe, niemand vertreibt ihn. Abgeordnete, auch solche, die man täglich im Fernsehen sieht, angeblich die Mächtigen, laufen allein, unbewacht über die Straßen. Ein Minister radelt neben mir.
Dies ist eben nicht selbstverständlich. Es ist sensationell. Es ist ein Land im Frieden, eine Oase in einer Welt, in der es fast überall gefährlich knirscht.
Ich genieße das. Sehr.
Und ich möchte, dass Deutschland sich dieser „Normalität“, die global gesehen eigentlich eine Ausnahme ist, täglich neu bewusst wird und sie noch lange bewahrt.

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