Armut?

© By Fridolin Wirbelwind

Okay, also im Gegensatz zu vielen meiner Freunde bin ich wirklich arm, also angeblich sozial schwach.

Es ist ja wohl auch klar, dass ich gerne finanziell besser gestellt wäre, aber da dem nicht so ist, möchte ich feststellen, dass ich NICHT sozial schwach bin, sondern „nur“ finanziell.

Sozial- schwach wäre ich, wenn ich gegen Minderheiten hetzen würde; wenn ich als Unternehmer meine Angestellten und Mitarbeiter übervorteilen würde; wenn ich als Politiker arme gegen noch ärmere oder hilfebedürftigen Menschen ausspielen würde; oder wenn ich unsere Erde ausbeuten und zerstören würde, nur um noch mehr Profit machen zu können.

Ja, ich bin vielleicht finanziell ein armer Mensch, doch habe ich, was ich auch schon mehrfach geschrieben habe, mehr als ein großer Teil der Menschheit.

Es steht mir zu, eine Wohnung zu haben, in welcher ich eine Heizung, fließend warm- und kalt Wasser habe, und mir Kleidung, sowie elektrischen Strom und Zugang zu Radio-TV- Internet habe.

Ich besitze nun zwei Fahrräder, habe jeden Tag genug zu essen, und wenn ich krank bin-dann gehe ich zu meinen Ärzten.

Ich trage die Frisur, die ich gerade mag, Kleidung, welche ich mir selber aussuchen darf und ich darf offen sagen, was mir nicht passt.

Doch immer wieder werde ich diskriminiert, da ich nicht für ein Wochenende mit nach Malle fliegen kann, das liegt aber nicht nur am Geld, sondern auch weil ich nicht unnötig die Umwelt belasten möchte, um mich sinnlos zu besaufen, ein Taxi in die City ist kostengünstiger und schon die Umwelt.

Als Hobbyfotograf hätte ich natürlich auch sehr gerne eine Spiegelreflex-Digitalkamera, oder für längere Ausflüge ein Mofa oder einen Roller (max. 25 km/h). Diese Dinge kann ich mir nicht leisten, doch ich persönlich finde nicht, dass ich deswegen arm wäre. Ein Mensch in einem Kriegsgebiet würde seine Familie auf so einen Roller packen, um vor Krieg, Gewalt, Vergewaltigung, Sklaverei oder Hunger zu flüchten! Wie könnte ich da sagen, dass ich arm wäre?

Nun kommt mir nicht damit, dass es ein Deutschland und Europa Menschen gibt, welche Flaschen sammeln müssen! Das kann man anbringen, ist aber nicht so einfach.

Ich kenne Menschen, die mit 1500,- € im Monat als Rentner nicht auskommen! Soll ich Euch sagen was ich habe: Incl. Wohnung und Heizung komme ich auf weniger als 800,- €, für meine Lebensmittel, Strom, Telefon und Internet, Reserven für neue Kleidung und Schuhe, oder wenn etwas kaputt geht, habe ich weniger als 400,- €, und trotzdem finde ich nicht, dass ich arm wäre! Dazu kommt, dass ich jedes Jahr zu Weihnachten, Silvester und Ostern mindestens einen Obdachlosen zu mir einlade. Manchmal helfen Freunde, auch von Face Book, mit einer kleinen Spende, aber die bekommen dann auch immer eine Rückmeldung.

Im Sommer verteile ich Wasser, und im Winter Kleidung und Schlafsäcke.

Nun denkt einmal darüber nach, wer von uns den wirklich arm ist!

Ich denke, dass ich reich bin, weil ich bereit bin Menschen zu helfen, die weniger haben als ich.

Reich werde ich, durch ein „Danke“, oder eine Umarmung. Nicht weil ich Geld habe.

Auch wenn ich ein Atheist bin, freut es mich, wenn jemand für mich betet, dabei ist es doch ganz egal, welcher Religion ein Mensch angehört, er oder sie möchte sich bedanken. Das alleine zählt.

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