Eine SciFi-Geschichte oder soll ich weiter schreiben?

© By Fridolin Wirbelwind

Ganz langsam erwacht er. Lange hat er nicht mehr so gut geschlafen. Eines seiner Rituale besteht darin, nicht sofort die Augen zu öffnen. Er genießt es langsam in die Realität zurück zu kommen.

Nun dehnt und streckt er sich, macht seine Augen auf und ist etwas irritiert. Weshalb sieht er alles so klar und deutlich? Abends nimmt er doch seine Kontaktlinsen heraus, und wenn er es einmal vergisst, dann sieht er für längere Zeit alles wie hinter einer Milchglasscheibe.

Zuerst will er nun ins Bad, als ihm auffällt, dass er nicht in seiner kleinen Wohnung ist. Er sieht sich um und fragt dabei, was wohl am letzten Abend geschehen ist? Nichts hier ist ihm bekannt. Zwei Türen sind zu erkennen, aber ohne Klinken, ein Fenster kann er nicht finden. Nun vielleicht träumt er ja noch. Doch der Drang ein Badezimmer zu finden wird immer größer. Nachdem er seine Augen gerieben hat, sieht er auf seine Arme, dort waren einmal einige Tattoos, die sind aber fort. Verwirrt, wie er ist, und weil seine Blase drückt, öffnet er die erste Türe. Schön dort ist also doch so etwas wie ein Bad. Auch dort kommt ihm nichts bekannt vor. Doch erst einmal egal. Nachdem er seine Notdurft verrichtet hat, sucht er etwas wo er seine Hände waschen kann oder vielleicht sogar duschen könnte.

Doch außer einem Quadrat kann er nichts erkennen. Sobald er jedoch diesen Bereich betritt, hört er ein leises Rauschen. Sein Körper vibriert leicht und um seine Füße weht ein leichter Lufthauch, der etwas dunkles, das sich dort sammelt, wegsaugt.

Er fühlt sich wie frisch geduscht, geht zurück in den ersten Raum und findet dort eine Art Overall, und ein Paar Schuhe.

Also zieht er sich an und sieht in den einzigen Schrank. Dort findet er allerdings nur noch mehr Kleidung. So langsam wird er hungrig, also geht er durch die zweite Türe, sich auf weitere Überraschungen gefasst machend, und sieht … einen Flur.

Was soll er nun machen? Sich wieder hinlegen und aus diesem Traum erwachen, oder seiner Neugier nachgeben und alles erkunden? Er entschließt sich für Option Nummer zwei.

Doch ehe er das Zimmer verlässt, stellt er ein Paar der Schuhe aus dem Schrank so in die Türe, dass sie nicht schließen kann.

Nun kommt die nächste Entscheidung. In welche Richtung soll er gehen? Es gibt nur links oder rechts. Soweit er sehen kann, sieht es in beide Richtungen exakt gleich aus. Also geht er nach links.

Etwa alle zehn Schritte kann er eine Türe sehen. Doch ehe er sich für eine entscheidet, möchte er noch sehen wie weit dieser Flur reicht.

Egal wie schnell oder langsam er auch läuft, vor ihm gehen Lichter an, deren Quellen er nicht ausmachen kann. Es wird einfach hell und hinter ihm wird es dunkel. Also geht er zurück zu seinem Zimmer, nimmt Kleidung aus dem Schrank und markiert so seinen Weg.

Eine Uhr hat er nicht, doch etwa nach einer Stunde trifft er wieder auf sein Zimmer, vor dem noch das erste Kleidungsstück liegt.

Dies sagt ihm, dass er wohl in einem Kreis gegangen ist.

Er kratzt sich am Kopf, streicht sich über sein Kinn und überlegt, was er als nächsten machen könnte.

Sein Magen knurrt, und so entscheidet er sich dafür, jede andere Türe zu öffnen, vielleicht kann er so Essen finden. Die nächste Türe ist etwa zehn Schritte von seinem Zimmer entfernt, wie alle Türen in einem Abstand von zehn Schritten angeordnet sind.

Noch immer nicht wissend wo er sich befindet, geht er also zur nächsten Türe.

Doch da auch diese keine Klinke vorweist, klopft er an.

Dies hat nur einen Effekt, dass verschieden Zeichen erscheinen. In deren Mitte erscheint ein rotes Auge und ein roter Punkt. Okay, also nähert er sich dem Auge, geht ganz dicht ran und sieht hinein.

Ein ganz leises summen ertönt, und nach einigen Sekunden öffnet sich die Tür.

Vorsichtig geht er einen halben Schritt hinein, um vielleicht gleich wieder gehen zu können.

Als er hinein sieht, stellt er fest, dass dieser Raum ganz anders ist als sein eigener. Hier stehen viele verschiedene Tische und Sitzgelegenheiten. Doch mehr ist nicht zu erkennen.

Da erscheint, mitten im Raum, eine Schrift. Er kann sie nicht entziffern. Daher entscheidet er sich, auf einem Sitzmöbel nieder zu lassen, und zu warten was passiert.

Einige Minuten geschieht gar nichts. Dann hört er eine Stimme, die in unverständlicher Sprache etwas von sich gibt.

Was soll er nun machen? Er entscheidet sich ein Frage zu stellen: „Wo bin ich und was ist mit mir passiert?“

Es erscheint auf seinem Tisch eine Nachricht: „Sprache erkannt, wie kann ich helfen?“

Wo bin ich und was ist mit mir geschehen?“

Diese Frage wird hier nicht beantwortet werden. Dieser Raum ist darauf ausgerichtet Deine Bedürfnisse nach Nahrung und Flüssigkeitszufuhr zu befriedigen. Äußere Deine Wünsche.“

Kannst Du mir alles beschaffen was ich möchte?“

Sicherlich, in meinem Programm sind 99% der Essgewohnheiten Deiner Spezies gespeichert. Was darf ich also produzieren?“

Also ich möchte gerne einen Liter heißen Kaffee, dazu Vollkornbrötchen mit Käse und Eiern.“

Dein Wunsch wird in 30 Sekunden fertig sein. Möchtest Du dazu Musik aus Deiner Zeit hören?“

In Ordnung, ich hätte gerne etwas Punk Rock dazu, falls es möglich ist.“

Es ist möglich, wir haben alle Deine Daten, und ich werde versuchen Dir eine Auswahl zu präsentieren. Ich wünsche guten Appetit.“

Wie soll ich Dich anreden, wenn ich weiter Wünsche habe?“

Es wäre angemessen, wenn Du mich als ‚Küche‘ bezeichnen würdest.“

In Ordnung. Kann ich Dir auch Fragen stellen, welche nichts mit Nahrungsaufnahme oder Musik zu tun haben?“

In Grenzen. Ich kann Dir einen Plan des Schiffes zeigen und wie Du dort hin gelangst. Mehr kann ich leider nicht.“

Wie aus heiterem Himmel erscheint sein Frühstück vor ihm.

Noch immer fragt er sich, ob er nicht träumt. Doch noch niemals hat er so intensiv geträumt, und sich dabei selber wahrgenommen.

Er ist fertig mit essen hat aber noch Kaffee über. Sein benutztes Geschirr verschwindet, wie es erschienen ist, nur sein Kaffee steht noch vor ihm.

Küche, kannst Du mir auch eine Zigarette besorgen?“

Bitte präszisiere! Mit oder ohne Filter, oder eine andere Version, diesen Giftes?“

Eine Schachtel Zigaretten mit Filter, bitte. Dazu einen Aschenbecher.“

Es erscheinen eine Schachtel Zigaretten und ein Aschenbecher.

Küche, um eine Zigarette rauchen zu können brauche ich auch etwas um diese in Brand zu setzen.“

Daran habe ich nicht gedacht, aber eine offen Flamme wird Dir sofort zur Verfügung gestellt.“

Doch anstelle eines Feuerzeuges oder Streichhölzern, erscheint vor ihm eine Flamme. Er entzündet eine Zigarette und wird immer verwirrter.

Was geschah oder geschieht gerade mit ihm?

Küche, wo kann ich mehr erfahren was mit mir passiert?“

Ich werde Dir im Flur mit einem grünen Pfeil zeigen, wo Du Informationen bekommen kannst. Wenn Du soweit bist, dann verlasse diesen Raum und folge dem Pfeil. Eine weitere Legitimation ist nicht erforderlich, da Du nun für alle Bereiche zugelassen bist.“

Nun wird er immer neugieriger, wirft seine Zigarette in den Aschenbecher, erhebt sich und geht aus dem Raum.

Tatsächlich ist vor ihm ein grüner Pfeil zu sehen, dem er nun folgt.

Nach acht Türen, welche aussehen wie alle anderen, öffnet sich eine. Er geht hinein und ist schon wieder überrascht.

In dem Raum sind unzählige Bildschirme, die schwebend mit vielen Informationen aufwarten, die er allerdings nicht interpretieren kann.

Wie soll ich Dich hier anreden?“

Hallo, nenne mich einfach ‚Info‘.“

Info kannst Du mir erklären wo ich bin?“

Ja, Du bist in einem abgestürzten Raumschiff.“

Weshalb bin ich hier?“

Diese Frage verlangt eine längere Erklärung. Ich könnte diese aber auch einfach vermitteln.“

Für den Anfang, bitte einfach.“

Du fandest uns damals, im Jahre 2023. Leider wurden wir bei dem Versuch beschädigt, Deine Spezies vor der totalen Zerstörung zu bewahren. Wir schickten Boten aus, um besondere Menschen zu retten, die auch uns das Überleben ermöglichen können. Als wir mit Euch Kontakt aufnehmen wollten, wurden wir von Euren Politikern als Feinde bezeichnet, und fast alle unserer Schiffe wurden zerstört oder beschädigt. Wenige unserer Schiffe konnten fliehen, oder sich verstecken. Auf drei Kontinenten fanden wir Menschen, welche in der Lage waren uns zu helfen.“

Was geschah mit den anderen Schiffen?“

Die wurden zerstört oder flohen.“

Die flohen? Aber Ihr habt doch eine höhere Technik als die Menschheit.“

Unsere Technik ist nicht wie die Menschen sie kennt. Wir bestehen aus Bio- und Technikmasse. Und Gewalt dürfen wir nicht anwenden, auch nicht wenn sich eine Spezies selber zerstört.“

Aber weshalb habt Ihr mich ausgesucht, es gibt so viele Wissenschaftler?“

Richtig wäre, ‚Es gab so viele Wissenschaftler’“

Wieso sagst Du ‚Es gab‘?“

Weil die Welt, wie Du sie kanntest, nicht mehr existiert.“

Erkläre mir das bitte genauer.“

Wir haben Dich, und drei andere Menschen, damals in unsere Schiffe intergriert. Die Menschheit hat ihre Umgebung absichtlich zerstört. Als wir helfen wollten, setzten Eure Machthaber Nuklearwaffen gegen uns ein und zerstörten damit beinahe die ganze Welt. So versuchten wir einige Menschen zu retten. Eure Zivilisation wurde zerstört, am Ende überlebten nur etwa 100.000 Wesen Eurer Spezies. Die spalteten sich auf, einige fielen zurück in die Steinzeit, andere isolierten sich und konnten sich dann nicht mehr fortpflanzen.“

Wie lange ist das nun her? Sei bitte ehrlich zu mir. Und gibt es wieder eine Zivilisation?“

Bist Du stark genug um die Wahrheit zu verkraften?“

Ja, ich hoffe es. Sage mir wie lange das nun her ist, und ob es noch Menschen gibt, welche ich persönlich so bezeichnen würde.“
„Du und die drei anderen haben 100 Generationen in unseren Schiffen geschlafen.“

Was habt ihr in der langen Zeit mit uns gemacht?“

Das ist einfach, wir haben Euch Nanobots injiziert, diese haben Eure Körper geheilt, damit Ihr uns helfen könnt. Ihr habt nun ein größeres Wissen, als alle Wissenschaftler der damaligen Zeit.“

Wie kann das sein?“

Während Eures Schlafes, haben die Nanobots nicht nur Eure Körper verändert, auch Eure Gehirne. Es wurden viele neue Verknüpfungen erstellt, welche Euch klüger gemacht haben.“

Ich möchte wissen, weshalb Ihr dies gemacht habt?“

Weil auch wir überleben möchten. Als bio-mechanisch-psionische Lebensform können wir weder ohne Bio, noch ohne Mechanik oder Psionik existieren.“

Bin ich nun auch ein Teil von Euch?“

Nur in Teilen, Du hast noch immer Deinen eigenen Willen, nur ist Dein Wissen angewachsen.“

3 Kommentare zu „Eine SciFi-Geschichte oder soll ich weiter schreiben?

  1. Servus Fridolin!

    Bin auf Twitter auf deinen Namen gestoßen und hab mir dann mal Deine Website hier ein bißchen angeschaut. Bei dieser Story hier bin ich hängen geblieben. Die ist echt klasse. Und ich muss gestehen, davon würde ich gerne mehr lesen, weil sie echt vielversprechend ist. 😉

    Liebe Grüße!, Alex

    Liken

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