Kleine Geschichte aus meiner Vergangenheit in einem anderen Land

© By Fridolin Wirbelwind

Ich werde das Land nicht angeben, da sonst einige Personen heraus finden könnten wen ich meine, und dieses Kind ist nun schon fast 30.

Als ich zu meiner Lebensgefährtin in dieses Land kam.

Die Frau war gerade geschieden und hatte drei Kinder, die natürlich nicht meine Sprache verstanden.

Der Kleine war damals 7 und ging gerade in die Schule. Da er jedes Wochenende seinen Papa besuchte, und der kein gutes Haar an der Mama und an mir lies, war der Junge natürlich immer etwas durch den Wind, wenn er zu uns zurück kam. Er fing sogar wieder an ins Bett zu machen und in die Hosen zu pinkeln.

Seine Lehrerin war so fies, dass sie ihn nicht aufs Klo gehen lies, und wenn es dann passiert war, musste er vor der ganzen Klasse seine nasse Hose zeigen und sie legte ihm dann Damenbinden rein.

Sein Vater pflegte ihn dann zu schlagen und stellte ihn nackt in den Garten vor dem Haus.

Als es ihm dann einmal passierte, als wir bei Freunden zu Besuch waren, fing er an zu weinen!

Ich nahm ihn zur Seite, ging mit ihm ins Bad und bat die Gastgeberin um saubere Unterwäsche und eine Hose.

War gar kein Problem, doch er war total verwirrt.

Als er mich fragte weshalb ich das nun gemacht hätte, sagte ich nur, dass einem Kind so etwas eben passieren kann.

Es dauerte fast drei Monate, ehe er in der Schule und bei uns Daheim keine Probleme mehr damit hatte, nur bei seinem Vater.

Natürlich hatte ich auch ein „Gespräch“ mit der Lehrerin und dem Schulleiter gehabt.

Auch seine Leistungen in der Schule wurden besser,

wir lernten zusammen, er lehrte mich seine Sprache und ich ihm dafür meine.

Nach wenigen Monaten wollte er immer von mir ins Bett gebracht werden, ich sollte ihn zudecken und überall nach bösen Monstern sehen, aber die guten Monster sollte ich auffordern seinen Schlaf zu bewachen. In diesem Land waren die Menschen sehr religiös und als Dank, dass ich sein Freund war, schickte er in seinem Nachtgebet immer einen Engel in unser Schlafzimmer, damit seine Mama und ich auch geschützt wären.

Einmal, als wir wieder Hausaufgaben machten, seine Mama war als Krankenschwester oft nicht da, meinte er dass er mich lieb hat, weil ich fast nie mit ihm schimpfe, nur wenn er Mist gebaut hatte.

Ich sagte dann nur, dass ich ihn ja auch lieb habe und dass jedes Kind Liebe verdient hat, auch wenn es nicht immer brav ist.

Dann kam das erste Weihnachten, wir gingen in die Stadt und standen beim Weihnachtsmann an, von dem wünschte er sich nur, dass seine Mama und ich niemals unglücklich sein sollen.

Als der ihn dann fragte ob er nicht auch einen besonderen Wunsch für sich hätte, meinte der kleine Mann nur, dass er doch alles hat, und sein Deutscher Papa und die Mama ihm soviel Freude schenken, dass er nix mehr braucht.

Das wollte ich einmal loswerden.

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