Workshop

© By Fridolin Wirbelwind

Hallo,

vom 11. – 16. Januar war ich auf einem Workshop. Den habe ich mir zu meinem Geburtstag geschenkt. War nicht ganz billig, aber ich konnte viel mitnehmen, für mich selber.

Am 11. traf ich mich mit zwei anderen am Bahnhof und wir fuhren dann nach Kassel. Dort wartete schon eine kleine Gruppe.

Gegen 11 Uhr kam dann ein Kleinbus um uns zu einer Hütte in einem Forst zu transportieren.

Als erstes losten wir die Betten aus.

Insgesamt waren wir 12 Leute, davon zwei Personen welche uns anleiten würden.

Als alles soweit fertig war gab es Erbsensuppe und hausgemachtes Brot. Dazu verschiedene Tees.

Dabei lernten wir Teilnehmer uns etwas besser kennen.

Naja, es gab keine Elektrizität und die Verwendung von Smartphones war eh nicht erlaubt. Kein TV oder Radio, nur Natur und wir.

Als es Nacht wurde, gingen wir eine Runde durch den Wald.

Nach dem Abendbrot, Quark und Rohkost, dazu eine Art Cracker, und Ingwertee, gab es eine Vertrauensaufgabe. Jeder schrieb auf einen Zettel etwas, dass er/sie sonst nicht gerne preisgeben würde und gab diesen einer anderen Person. Diese Person konnte wählen, ob sie die Info lesen und/oder teilen würde.

Es wurde uns noch einmal erklärt, dass während dieser sechs Tage weder Alkohol, Nikotin, Koffein oder Fleisch erlaubt seien.

Das wusste ich schon vorhin und es war ja kein Problem für mich.

Meine Medikamente hatte ich ja schon vorher bei den Kursleitern angegeben und die waren auch ok.

Schon mal versucht mit elf fremden Menschen in einem Raum zu schlafen, der nur mit Bruchholz geheizt wurde? Egal, aber da ich eigentlich nie länger als 6-7 Stunden schlafe, war es seltsam schon gegen 20 Uhr ins Bett zu gehen.

Am Sonntag wachte ich sehr früh auf und die Kursleiterin meinte, dass ich mit ihr Holz sammeln könnte.

Gegen 7 Uhr gab es Frühstück, vegane Pfannkuchen, Tee und Fruchtgelee.

Gegen 8.30 Uhr gingen wir gemeinsam los um den Sonnenaufgang zu betrachten. Als wir auf einem Hügel ankamen stellten wir uns alle so, dass wir die Sonne sehen konnten. Die Kursleiterin spielte auf einem Saiteninstrument melodische Töne, und wir wurden gebeten uns ganz dem Bild und den Tönen zu öffnen und zu versuchen den Kopf frei zu bekommen. Das ganze dauerte etwa 15 Minuten. Irgendwie tat es gut.

Anschließend wanderten wir zu einem Bach. Dort setzten wir uns auf den Boden, schlossen unsere Augen und hörten nur dem Plätschern zu. Total abzuschalten fiel mir persönlich nun schon viel leichter. Fast meinte ich ganz leicht zu sein und es kamen keinerlei andere Geräusche bei mir an.

Als wir dann zurück geholt wurden dauerte es schon einige Momente um wieder total in der Realität anzukommen.

Meinem Gefühl nach waren etwa 15-20 Minuten vergangen, aber als wir in der Hütte ankamen, war es schon nach 14 Uhr, wie uns der Kursleiter mitteilte. Also waren wir mehr als fünf Stunden unterwegs.

Nun wurde wieder etwas gegessen. Ich machte mir einen bunten Salat.

Ab 16 Uhr war die Hütte dann nur mit einer Kerze und dem Schein aus dem Ofen beleuchtet.

Wir setzten uns im Halbkreis vor den Ofen, hielten uns an der Hand und jeder durfte etwas erzählen, das ihm oder ihr auf der Seele lag.

Es kamen Dinge zur Sprache, die zum Teil wirklich hart waren.

Am Ende wurden wir aufgefordert diese Dinge noch einmal in Gedanken aufzurufen, sie zu bündeln und ins Ofenfeuer zu schieben, damit sie verbrennen, auch wenn die Asche zwar weiterhin da wäre, würde einige Last von uns genommen, auch wenn es nicht sofort so sein müsste.

Am Montag ging es so ähnlich weiter und ich fühlte mich mit jeder Stunde mental etwas stärker. Abends gingen wir dann wieder auf den Hügel um den Sonnenuntergang zu beobachten. Wieder gab es leise Töne und der Kursleiter sagte, dass wir verinnerlichen sollen, dass die Sonne am nächsten Tag wieder aufgehen würde, und auch unsere Sorgen und Probleme nichts daran ändern würden.

Als ich wieder zu mir kam, war es schon dunkel. Wieder in der Hütte, gab es die übliche Sitzung und der Abend verlief sehr entspannt.

Am Mittwoch waren Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf dem Plan, dazwischen Vertrauensübungen und Meditation. Am Abend besprachen wir unsere Erfahrungen und was wir wohl mitnehmen möchten.

Am Donnerstag noch einmal den Sonnenaufgang genossen, zusammen gefrühstückt und danach eine letzte Runde, in welcher wir einer Person des Kurses etwas wünschen sollten.

Abfahrt.

Was ich mitgenommen habe?

Einfach gesagt: Ich mache mir weniger Sorgen für mich selber und werde weiterhin für andere da sein. Jedoch mehr an mich selber denken dabei.

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