Wahrheit oder Traum? Eine Geschichte in Fortsetzungen! Teil 1

© By Fridolin Wirbelwind

Alles ist wie immer, als er an diesem Dienstag aus seinen Träumen erwacht.

Vor einigen Jahren hat er sich angewöhnt langsam in den Tag zu starten.

Dies beginnt damit, dass er sich langsam streckt, zuerst die Beine dann die Arme und zum Schluss den ganzen Körper. Dabei hält er seine Augen noch geschlossen. Ehe er diese öffnet, lächelt er. Dies ist das erste Lächeln des Tages.

Danach stellt er das Radio an. Doch auch da hat er eine Routine, er schaltet das niemals zu einer vollen oder halben Stunde an, da er Nachrichten noch nicht sofort hören will.

Auf seinem Lieblingssender kann er dann die kurzweiligen Kommentare der Moderatoren und leichte Musik hören.

Jetzt setzt er sich auf, dehnt sich noch einmal und setzt die Brille auf, ehe er ins Bad geht.

An weniger guten Tagen wäscht er sich mit einem Waschlappen und entscheidet ober er Heute Kontaktlinsen tagen wird, oder doch lieber die Brille.

Hat er einen guten Tag, dann duscht er.

Nun stellt er die Kaffeemaschine an, mit frisch gemahlenen Bohnen und entscheidet sich für die Kleidung die er tragen wird.

Ob er richtig frühstückt, stellt sich nach einem Blick in den Kühlschrank heraus.

Kaffee ist fertig, also sollten nun die Nachrichten im Radio kommen, doch dem ist nicht so.

Vielleicht hat er sie ja verpasst, das kommt schon mal vor.

Also schüttet er etwas Milch in seine Kaffeetasse und füllt den Rest mit heißem Kaffee auf.

Heute ist ihm nur nach eine Zigarette zum Kaffee, essen wird er erst etwas später.

Nun sieht er das erste Mal auf die Uhr, davon hat er drei. Alle zeigen 7.00 Uhr, und noch immer keine Nachrichten.

Er sieht auf sein Radio, ob er auch den richtigen Sender eingestellt hat, ja ist sein Lieblingssender. Aber warum kommen keine Nachrichten.

Okay, vielleicht ist ja was im Sender nicht in Ordnung. Also schaltet er den Fernseher ein. Nebenbei raucht er nun schon seine dritte Zigarette und trinkt seinen zweiten Humpen Kaffee.

Doch auch dort gibt es keine aktuellen Nachrichten; noch nicht einmal auf den Nachrichtensendern. Überall kommen nur Shows und laue Unterhaltung.

Er verlässt ja nur ungern seine Wohnung, doch mag er auch keine Besuche mehr empfangen. Doch in dieser Situation fragt er sich, ob er noch schläft und träumt.

Nun sieht er aus dem Fenster, die Sonne ist schon aufgegangen, doch weder hört er Autos noch sieht er andere Menschen oder hört ähnliche Geräusche.

So zieht er seine Schuhe an, nimmt seine Kamera, die Schlüssel und sein Smartphone.

Gestern Abend hat er noch seinen Rucksack mit Altglas gefüllt, eine Tasche mit Altpapier  und will diese nun in die dafür vorgesehenen Container bringen.

Guter Laune hört er Musik über seine Kopfhörer und steigt langsam die Stufen der zwei Stockwerke hinab.

Dass ihm um diese Zeit niemand begegnet ist nicht neu. Die meisten Menschen im Haus sind um diese Zeit noch nicht aktiv.

Als er das Haus verlässt, kann er den Morgen riechen, hört Vögel zwitschern und pfeift ihnen etwas zu, wie immer.

Doch als er sein Altpapier in den dafür vorgesehenen Eimer geworfen hat, fällt ihm auf, dass noch immer kein einziges Auto weder zu sehen noch zu hören ist.

Auch im Altenheim nebenan, wo sonst schon einige Menschen aktiv sind, bewegt sich nichts.

Das ist zwar alles etwas seltsam, doch macht er sich noch keine Gedanken. Es ist eben wie es ist. Der Container für das Altglas ist ja nur einige wenige Minuten von seinem Haus entfernt.

Auf dem Weg dorthin macht er immer einige Fotos, um sie mit seinen Freunden im Internet zu teilen.

Viel hat er nicht mehr vor, außer dass er in die Streuobstwiesen gehen wird, um noch mehr Fotos zu schießen.

Doch Heute kommt ihm alles etwas anders vor, er hat ein seltsames Gefühl.

Er denkt, dass es vielleicht ein Vorbote einer Depression sein könnte, und entschließt sich daher lieber zum Discounter zu gehen um Lebensmittel zu kaufen. Doch zuerst will er sich seinen Tabak kaufen. Doch der Laden ist geschlossen.

Also geht er in die andere Richtung, auch die Lebensmittel kann er schnell erreichen.

Als er die Straße lang geht, fällt ihm auf, dass ihm auch noch kein Bus aufgefallen ist.

Er kommt an dem Gemeindeplatz vorbei, auf dem in normalen Jahren sonst kleine Feste etc. veranstaltet werden.

Und wenn er nicht dafür genutzt wird sind um diese Zeit einige Hundebesitzer unterwegs. Doch niemand ist zu sehen; auch immer noch kein Auto.

Was ihm auffällt ist, dass sich auf der Wiese nun drei Rehe befinden. Ihn erfreut der Anblick und er macht natürlich gleich einige Fotos.

Er kommt an einigen Häusern vorbei, in denen sonst immer einige Menschen sich um ihre Blumenbeete kümmern; doch niemand ist zu sehen.

Als er an einer Baustelle vorbei kommt, auf der auch niemand zu sehen ist, hört er ein Grunzen.

Als er in die Seitenstraße lugt, sieht er eine Bache mit ihren Frischlingen. Doch anders als gedacht, sieht diese ihn nur an, und biegt auf den Friedhof ein.

Sein Gefühl im Bauch wird nun doch etwas unheilvoll.

Noch eine Minute bis er am Supermarkt ankommt.

Er quert die Straße, geht auf den Parkplatz und dort stehen viele PKW.

Nun hofft er, dass sein Gefühl ihn wohl getäuscht hat.

Mit schnellem Schritt geht er auf die Einkaufswagen zu, nimmt einen und geht in Richtung des Einganges.

Die Tür öffnet sich automatisch und er betritt das Geschäft.

Seltsam.

Kein Mensch zu sehen oder zu hören.

Also schaltet er seine Musik ab — doch noch immer ist nichts zu hören. Geschweige denn sind Menschen zu finden. Keine Kunden, kein Personal, nicht einmal an der Kasse sitzt ein Mensch.

Er packt seinen Einkaufswagen mit den Dingen, die er denkt zu brauchen, und geht dann zur Kasse.

Noch immer ist kein Mensch zu sehen. Also ruft er nach dem Personal.

Als nach einigen Minuten noch immer niemand erscheint, schreibt er eine Nachricht, wer er ist, und dass er gerne bezahlen wollte aber nicht konnte.

Dann verlässt er die Kassenzone und packt seine wenigen Dinge ein.

Als er schon den Laden verlassen will, fällt sein Blick auf die Türe zu den Räumen der Angestellten.

Er macht noch einige Fotos von dem leeren Geschäft und drückt die Türe zu den Personalräumen auf.

Er ruft, doch es kommt keine Antwort.

So nimmt er seinen Mut zusammen und betritt den Raum.

Es riecht seltsam, wie vergammeltes Obst. Doch niemand ist zu sehen.

Er geht zu einer Türe, klopft an, weil er denkt, dass eventuell etwas passiert sein könnte. Als keine Antwort kommt, öffnet er diese Türe, und was er sieht lässt ihm fast das Blut in den Adern gefrieren.

An einem Tisch sitzen fünf Menschen, die er am gestrigen Tag noch gesehen hat.

Er hat ja schon tote Menschen gesehen, aber so etwas ist ihm noch nie passiert.

An dem Tisch sitzen diese Menschen, fast schon verwest.

Bei einigen kann man das Gesicht schon gar nicht mehr erkennen, andere sind schon skelettiert.

Mitten auf dem Tisch steht eine Kerze, zu einem Drittel herunter gebrannt.

Und ganz groß ein DIN-A4 Blatt mit einem Schriftzug.

Auf dem steht:

Du bist der letzte, aber wir bekommen Dich auch noch!“

Nun wird ihm doch ganz anders.

Was soll das? Und an wen ist diese Nachricht gerichtet?

Es kann doch nicht wirklich er gemeint sein?

Doch irgendwie passt das schon dazu, dass er weder Autos noch andere Menschen sah.

Seine Depression würde nun gerne sein Leben bestimmen, aber das will er nicht zulassen!

Er sucht nach Schlüsseln für den Laden, weil er später zurück kommen möchte mit einem Auto um die Menschen auf den Friedhof zu bringen.

Als er diese gefunden hat, sieht er noch nach, ob er in den Spinden der Mitarbeiter Autoschlüssel finden kann.

Und Bingo, jeder hat ein Auto und ein Funkschlüssel passt zu einem Mini Van.

Okay, den Einkauf in den Van bringen, einen Magenbitter und dann zurück nach Hause fahren.

Als er dort ankommt, bringt er zuerst seine Einkäufe nach oben, verstaut diese und raucht Zigarette Nummer: ist doch egal.

Als er dann seine Gedanken geordnet hat, kommt er zu einem Entschluss:

Entweder ist er in einem Traum, oder es ist alles wahr.

Egal was auch immer ist, er wird sich da durch kämpfen.

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