Depressionen und andere Störungen der Psyche

© By Fridolin Wirbelwind

Nein, das wird nun keine wissenschaftliche Abhandlung, nur ein Erfahrungsbericht.

Es gibt Menschen, die mehr als nur eine Erkrankung haben:

Depressionen + Panikattacken + Agoraphobie + Autismus + Soziopathie uvm.

Manche dieser Erkrankungen treten zusammen oder einzeln auf, aber immer können sie lebensgefährlich sein.

Nicht jeder dieser Menschen hat mehrere dieser Erkrankungen, aber wo sie, wie bei mir, als Gesamtpaket auftreten ist jeder Tag ohne Symptome, ein guter Tag.

Meist erkenne ich es wenn sich etwas anbahnt, aber leider nicht immer.

Es gibt Tage, an denen ich ohne Anlass einfach in ein tiefes Loch falle.

Dann kann es passieren, dass ich einen, oder mehrere, Tage nur durch einen Schleier wahrnehme, und es mir vorkommt, als würde ich mich selber nur beobachten, ohne die Möglichkeit, etwas zu ändern.

Dann läuft das Leben einfach weiter, und wenn es dann vorüber ist, kommt es mir vor als wäre ich in dieser Zeit alkoholisiert gewesen. Es gibt Stunden an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Ich wurde schon mit einigen dieser Erkrankungen geboren, aber kein Arzt, noch meine Familie haben es je erkannt, bis ich eines Tages einen Suizid versucht habe, und nur mein Hund mein Leben rettete.

Ich kam nach diesem Suizidversuch in eine psychiatrische Klinik. Dort erkannte ich, dass ich nicht alleine so bin, sondern dass es viele Menschen gibt, die genau so leiden.

Leider wird bei vielen Menschen Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch als Verursacher diagnostiziert. Doch sehr oft kommt die Erkrankung vor dem Missbrauch von Alkohol, Drogen oder Medikamenten.

Manchmal will man einfach den Druck dieser Erkrankungen von der Seele nehmen.

Suchtmittel geben manchen von uns die Möglichkeit, sich nicht mit dem Problem auseinander setzen zu müssen, da man fürchtet, dass man sonst wahnsinnig werden würde.

Im Laufe der Jahre lernt man sich morgens eine Maske aufzusetzen, damit ja niemand hinter die eigene Fassade sehen kann.

Noch immer werden Menschen mit solchen Erkrankungen, ausgegrenzt.

Aber ich möchte alle, die diese Zeilen lesen, besser auf Eure Mitmenschen zu achten.

Es gibt viele dumme Sprüche, die mir persönlich gesagt wurden, hier einige Beispiele:

  • Ach hab Dich nicht so.

  • Reiß Dich einfach zusammen, sonst bleibt das.

  • Wird schon wieder.

  • Du willst ja nur Mitleid schinden.

  • Sei ein Mann.

  • Jeder hat mal einen schlechten Tag.

  • Kann ja nicht so schlimm sein, Du kannst ja auch sarkastisch sein.

  • Lach einfach mal wieder.

  • Geh an die frische Luft, hilft mir auch immer.

  • Mach einfach mehr Sport.

Leute, wenn es einem Menschen schon schwerfällt, die tägliche Hygiene zu vollbringen, und man sich nach dem Badezimmer fühlt, als hätte man einen 8 Stundenarbeitstag hinter sich, oder man schon bei dem Gedanken seine Wohnung verlassen zu müssen in Schweiß gebadet ist. Wenn man Angst hat, anderen Menschen begegnen zu müssen, und dies fast schon eine neue Panikattacke auslöst,

dann ist das für viele von Euch, gesunden Menschen, unverständlich.

Aber auch wenn Ihr es nur selten mitbekommt, auch wir haben ein Handicap.

Man sieht es nicht, aber es ist da.

Viele von uns sind nicht, oder nicht mehr, suizidal, das ist eine risen Leistung. Aber fast alle von uns würden Gevatter Tot nicht weg schicken.

Und trotzdem sind viele bereit anderen Menschen zu helfen.

Oft sind solche Menschen in karikativen Netzwerken, und helfen wo sie können, wenn sie es denn bewerkstelligen können.

Viele depressive Menschen haben oft ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte anderer.

Ja, wir gehen nicht an Krücken, sitzen nicht im Rollstuhl oder haben andere sichtbare Zeichen. Wobei ich die Sorgen und Nöte von körperlich behinderten Menschen ganz sicher nicht verharmlosen möchte.

Manche von uns wurden als Kinder seelisch, körperlich oder sexuell missbraucht.

Der Grund weshalb ich wieder einmal so deutlich werde ist ein einfacher.

Ich stecke noch mitten in einer Panikattacke und kämpfe mit einer Agoraphobie.

Ich habe mir eine gute Hilfe zugelegt, um mit all meinen Handicaps umgehen zu können.

Ich schreibe, unter einem Synonym.

Als Fridolin Wirbelwind kann ich einige Probleme einfacher sagen, da ich dann von Außen darauf sehe.

Klar könnt Ihr mir nun auch noch eine gespaltene Persönlichkeit unterstellen.

Aber wenn ich ehrlich bin, das tangiert mich gar nicht.

Oft leben wir sehr distanziert, aber zwingt uns nicht auf Parties oder zum Sport gehen zu müssen.

Nun habe ich nur noch, wieder einmal, nur eine Bitte:

Labert uns nicht voll, habt statt dessen einfach ein offenes Ohr. Fragt ob Ihr etwas tun könnt, zB einkaufen oder den Hund ausführen.

Ein Kommentar zu „Depressionen und andere Störungen der Psyche

  1. Ich greife mir nur einen winzigen Aspekt aus Deinem Text heraus:

    »Oft wird eine Sucht als Ursache der Depression “festgestellt”.« Genau. Das wird von irgendjemandem so festgelegt … Dabei ist die Sucht i.d.R. nur der Mißerfolg der ersten eigenen Versuche, die Symptome und Ursachen der Depression zu bekämpfen, mit falschen Mitteln zu bekämpfen (was auch ein Fehler ist, das Bekämpfen, meine ich).

    Sagt einer, der nur als selbstgeschaffene Persönlichkeit (mit nur geringem Bezug zur Ausweispersönlichkeit) überleben konnte und kann.

    Liken

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