Eine schöne Erinnerung!

By Fridolin Wirbelwind

Es ist schon viele Jahre her, aber vor ein paar Minuten kam sie unvermittelt wieder auf.

Damals fuhr ich auf eine Steinbruchfete, ja war damals ganz groß in Mode.

Die musikalischen Teile wurden von lokalen Bands bestritten, von Folksmusik, am Nachmittag, über Liedermacher bis zu Hard Rock, gab es alles.

Dazu viele junge Leute, Bier und manchmal roch es auch nach „Kräuterzigaretten“.

Es war ein Tag an dem der Vollmond schon früh zu sehen war.

In einer Ecke waren einige Bierbänke, die gut besucht waren, und an anderen Stellen saßen Leute einfach so rum.

Ich wollte ja bis Sonntag bleiben, also hatte ich mein Zelt schon oben bei den Parkplätzen aufgebaut. Als es dann dunkelte setze ich mich zu einer Sängerin, die gerade ihren Auftritt hinter sich hatte. Wie es in Bayern üblich war gab es Bier nun in der 1-Liter Variante. Sie fragte ob wir uns abwechseln können, eine Maß würde ich holen, die nächste dann sie.

So saßen und quatschten wir dann lange. Wir sangen und tanzten. Gegen Mitternacht holten wir uns dann etwas zu essen und die zweite Maß.

Es muss so gegen 1 Uhr gewesen sein, als sie dann noch einmal auf die Bühne gebeten wurde. Sie zog mich mit, bis zum Aufgang und ich setzte mich hin und hörte zu. Immer wieder trafen sich unsere Blicke. Als sie dann von der Bühne kam, nahm sie mich in ihre Arme und küsste mich.

Es war ein kurzer, zärtlicher Kuss. Danach fragte sie mich ob ich campen würde, denn am nächsten Tag hätte sie noch zwei Auftritte. Ich sagte, dass ich mein Zelt oben bei meinem Auto aufgestellt hätte. Sie lächelte mich, zog mich zum Bierstand und holte dort noch ein Bier. Danach gingen wir langsam hoch zu meinem Zelt. Sie entschuldigte sich für ein paar Minuten und bat mich den Grill zu befeuern. Als sie zurück kam, trug sie ihren Schlafsack und eine Gitarre. Der Platz war von mir so gewählt, dass ich auf den ganzen Steinbruch sehen konnte. Wir schmusten, tranken und genossen den Augenblick.

Als es dann fast schon wieder hell wurde, nahm sie ihre Gitarre und spielte, im Schein des Feuers, einige Akkorde.

Dann begann sie etwas zu singen.

Den Text kann ich nicht mehr, aber an den Sinn kann ich mich noch erinnern.

Es drehte sich dabei um ein einsames Mädchen, das auf einem Festival einen einsamen Jungen traf. Die beiden verliebten sich auf den zweiten Blick und verbrachten drei schöne Tage miteinander. Die Nächte waren voll mit ehrlichen Gefühlen, unter dem Vollmond bei Feuerschein.

Nach drei Tagen und zwei Nächten mussten sie sich trennen. Und keiner wusste einen Namen.

Danach gingen wir ins Zelt.

Wir wachten erst gegen Mittag wieder auf. Glücklich und zufrieden gingen wir dann runter zum Fest.

Kaffee und Brötchen gab es zum Frühstück, und es war als würden wir in einem Nobelrestaurant sitzen.

Auf der Bühne spielte Volksmusik. Es war egal, da wir uns mit anderen Leuten gut unterhielten.

Nicht weit entfernt gab es einen See, den wir dann aufsuchten und etwas schwimmen gingen.

Man konnte die Musik und Geräusche vom Festival immer noch hören.

Später gingen wir zurück zum Fest, haben etwas gegegessen und dann war sich schon dran mit ihrem ersten Auftritt an dem Tag.

Wie am letzten Abend setzte ich mich auf die Treppe zur Bühne, als sie anfing zu sprechen.

An diese Worte erinnere ich mich noch ganz genau:

„Hallo liebe Freunde. Ihr wisst ja alle, dass ich jedes Jahr hier gerne auftrete. Gerne sitze ich mit euch zusammen und wir reden und feiern. Doch dieses Jahr werde ich wohl nicht vergessen. Ich habe einen Mann getroffen der mich dieses Jahr nicht vergessen lässt. Letzte Nacht habe ich für ihn und mich ein Lied geschrieben, dies werde ich nun für alle spielen und singen die sich verliebt haben!“

Dann begann sie die ersten Akkorde zu spielen und ich bekam eine Gänsehaut.

Als sie dann Zuende war, kamen Rufe die eine Zugabe wollten.

Wir haben den Rest des WE zusammen verbracht.

Am Sonntag, ehe alles abgebaut wurde, hatte sie noch einen Auftritt. Dort spielte sie unser Lied noch einmal.

Wir haben uns nie wieder gesehen, aber es war wohl eines meiner schönsten Wochenenden meines Lebens.

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