Ein Gespräch mit zwei Kids

By Fridolin Wirbelwind

Das Telefongespräch führte ich mit Zwillingen von 14 Jahren, ein Mädchen und ein Junge.

M = das Mädchen

J = der Junge

I = bin ich

Die Kids sprachen gemeinsam.

M+J: Hallo Achim.

I: Hallo ihr zwei, wie geht es euch?

M: Geht so.

J: Könnte besser sein.

I: Was ist denn los?

J: Covid ist los!

M: Nervt schon sehr.

I: Was nervt euch denn am meisten?

J: Gar nicht so einfach. Uns fehlen unsere Freunde.

M: Aber noch mehr, dass wir diesen Virus in unser Familie bringen könnten.

J: Es wäre eine große Belastung, würden wir Oma, Opa oder unsere Eltern infizieren.

I: Werdet ihr getestet?

M: Wir testen auch daheim, aber Papa muss in die Fabrik und dort gibt es keine Tests.

J: Und Mama muss noch immer ins Büro mit 10 anderen gehen, auch ohne Test.

I: Und das macht euch Sorgen?

M+J: Ja, weil es dort doch so gefährlich ist, weil jeder ein Überträger sein kann.

I: Ich hoffe für euch und eure Freunde, dass sich niemand ansteckt.

M: Vielen Dank.

J: Danke. Auch wenn ich weiß, dass du an keinen Gott glaubst beten wir für dich.

I: Das ist schön, und ich bedanke mich.

M: Aber das ist gar nicht so wichtig, passe bitte auf dich auf. AHAL kann nicht schaden.

I: Da hast du Recht.

J: Was hälst du von diesen dummen Menschen, die ohne Maske oder Abstand demonstrieren?

I: Sie sind dumm, und gefährden uns alle.

M: Ich finde es sehr schlimm, dass die auch Nazis und andere Idioten neben sich dulden. Oder wollen die das vielleicht? Ich fühle mich so hilflos.

I: Ich kann dich verstehen, aber hilflos bist du nicht. Schreibe im Internet Leute an, male Plakate und verteile die. Schreibe mit deinem Bruder einen Blog, macht Videos uns teilt die auf You Tube.

M: Manchmal sind wir einfach so sauer. In Berlin quaken die rum, von wegen psychischer Probs usw. aber dass wir jungen Menschen über IM und Videotreffs unser Freunde treffen, ohne Angst haben zu müssen krank zu werden, erkennen diese alten Säcke gar nicht. Wir reden über alles, spielen Kniffel oder Schach in Echtzeit, kochen zusammen.

I: Finde ich super. Ihr habt also Wege gefunden um die sozialen Kontakte nicht einschlafen zu lassen.

J: Ja, wir lernen auch zusammen. Und ein Kind, das nicht so viel Geld hat in unserer Klasse, hat ein Tablet bekommen und unser Papa bezahlt das Internet, damit wir Kontakt halten können.

M: Vielleicht könnten andere Eltern auch eine Internetpatenschaft für arme Kinder übernehmen? Aber wenn nicht einmal der Pfarrer das machen möchte?

I: Die Idee finde ich gut. Es gibt ja auch schon günstige Verträge. Aber ich fürchte, dass euer Papa wohl eine Ausnahme ist.

M: Mama ruft zum Abendessen. Bist ein toller Freund.

I: Vielen Dank, und lasst es euch schmecken.

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