So oft!

By Fridolin Wirbelwind

Es gibt Menschen welche mir manchmal so etwas wie Mitleid entgegen bringen wollen. Doch auch wenn ich schreibe, dass ich eine miese Kindheit und Jugend hatte, dann will ich dieses Mitleid nicht! Meine Intension ist eine ganz andere: Ich möchte, dass Eltern und andere Erwachsene Kinder besser versuchen zu verstehen; ihnen den Weg zum erwachsen werden ebnen, aber nicht alle Hürden aus dem Weg räumen, sondern ihnen Möglichkeiten zeigen, wie man ein Hindernis beseitigen kann, mit Mut und Wissen.

Wir können die Welt für zukünftige Generationen nur dann besser machen, wenn wir den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen. Es zeugt von Weisheit, wenn wir zugeben, nicht alles zu wissen und den jungen Menschen zeigen, dass wir noch immer neugierig und wissbegierig sind.

Fortschritt, auch intellektuell, wird es nur geben, wenn wir gemeinsam an einem Strick ziehen.

Etwas nicht zu wissen oder zu verstehen ist keine Schande, hat auch nichts mit Intelligenz zu tun. Kluge Menschen haben nicht immer einen Uniabschluss.

Ein Professor kann selten ein Bett bauen.

Dafür kann ein Schreiner nicht Altgriechisch lesen.

Die Liste könnte ich noch lange fortführen, aber das alleine wäre ein Roman.

Die Menschheit hat vieles erreicht, aber wir behandeln Kinder immer noch wie kleine Erwachsene. DAS SIND SIE ABER NICHT!

Wir müssen ihnen Beispiel und Vorbild sein!

Manchmal würde ich einigen so genannten Eltern, ihre eigenen Methoden vor Augen führen.

Einem Kind Konsequenzen aufzuzeigen, bedeutet nicht, dass es geschlagen oder psychisch ins Abseits gestellt wird. In einigen Beziehungen versuchte ich immer wieder den Kids, welche die Frauen mitbrachten, meine Art zu zeigen. Oft sprach ich viele Stunden mit denen. Dabei versuchte ich ihnen meine Sichtweise zu erklären, worauf dann Fragen kamen, gute Fragen. Dann fragte ich wie sie das sehen.

Aber nun dürft Ihr euch das nicht vorstellen, dass wir dann am Tisch saßen und ich mit erhobenem Zeigefinger sagte, wie das Leben ist. Oft kochten wir dann zusammen, wie Menschen auf Augenhöhe eben miteinander reden.

Und, oh Wunder, gab es Tage, an denen ich erkannte, dass sich unsere Vorstellungen gar nicht so sehr unterschieden.

Ein Kompromiss an den ich mich sehr gerne erinnere war, als der Sohn (8) meiner Ehefrau Probleme in der Schule hatte.

Zu der Zeit lebte ich in Pennsylvania. Der Kleine stand mit Rechnen auf dem Kriegsfuß. Also verabredeten wir, dass er mir seine Muttersprache lehrte und ich ihm dafür bei seinen Rechenaufgaben half. Nebenbei wollte er dann auch noch meine Sprache lernen. Nach weniger als einem halben Jahr, war er auf einem B in Mathe, ich konnte mich fließend auf Englisch unterhalten, und er sprach sehr gut Deutsch.

Als uns dann mein Ziehsohn (12) aus Deutschland besuchte, war es einfach super. Der Kleine übersetzte, und alle spielten miteinander. Und was ganz toll war, als mein Ziehsohn dann wieder zurück nach Deutschland flog, sprach dieser auch so gut Englisch, dass er eine Drei bekam.

Die beiden schrieben sich einige Zeit auch Briefe, der eine in Englisch und der andere in Deutsch.

Das habe ich damit gemeint, mit Vorbild und Beispiel sein.

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